Pleite in Madrid - Das Bayern-Aus: Verflucht! Verpfiffen! Vercoacht?

Patrick Strasser

Beim FC Bayern leiden sie nach dem Aus in der Champions League gegen Real Madrid - und hadern mit dem schwachen Referee Viktor Kassai. Welche Schuld hat Trainer Carlo Ancelotti?

München - Eine Nacht drüber schlafen. Hilft diesmal nicht. Vor allem, wenn man kaum ein Auge zugetan hat wie wohl alle Bayern-Profis und Verantwortlichen nach dem 2:4 bei Real Madrid. Die Bilder des Abends, dieser monumentalen Fußball-Schlacht über 120 Minuten im Champions-League-Viertelfinale waren zu präsent.

Gedankenblitze hämmerten durch den Kopf, Szenen des Spiels flackerten vor dem inneren Auge. Eine emotionale Kurzreise durch das Erlebte. Dieser Viktor Kassai! Die zwei Abseitstore! Dieser verdammte, weil verdammt gute Cristiano Ronaldo! Diese Gelb-Rote Karte für Arturo Vidal!

Der Untergang in Unterzahl mit fliegenden Fahnen, den drei Gegentoren in der zweiten Hälfte der Verlängerung binnen sieben Minuten. Was wäre gewesen, wenn – verflucht!

Dicht dran waren die Bayern am Halbfinale, am Wunder, am Heldenstatus. Stattdessen: Enttäuschung. Verbitterung. Ohnmacht.

Der Schuldige war schnell ausgemacht. "Ich habe zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir", sprach Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und ließ Diplomatie einfach Diplomatie sein. „Weil wir beschissen wurden, im wahrsten Sinne des Wortes“, schimpfte er während seiner Rede auf dem nach-mitternächtlichen Bankett.

Das Auditorium des Hotels "Gran Meliá Palacio de los Duques" von Madrid applaudierte. Ein Verein in der Opferrolle. Verpfiffen!

Schiedsrichter Viktor Kassai, 41, ein Ungar, hatte laut der spanischen Zeitung Marca schon kurz nach Abpfiff diverse Beschimpfungen ertragen müssen. Robert Lewandowski, Thiago und Arturo Vidal hätten versucht, in die Schiedsrichter-Kabine zu gelangen. Diesen Berichten trat der FC Bayern entschieden entgegen. "Das stimmt nicht", teilt der Klub mit.
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