Polanski droht Suspendierung durch Regieverband in Frankreich

Weist Vergewaltungs-Vorwürfe zurück: Roman Polanski

Der mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierte Regisseur Roman Polanski muss in Frankreich mit der Aussetzung seiner Mitgliedschaft in einem namhaften Regie-Verband rechnen. Die Société civile des auteurs, réalisateurs et producteurs (ARP), die Autoren, Regisseure und Produzenten vertritt, brachte in einer Vorstandssitzung am Montagabend in Paris geänderte Statuten auf den Weg. Sie laufen nach Angaben von ARP-Präsident Pierre Jolivet auf eine Suspendierung des 86-jährigen Polanski hinaus.

Die neuen Statuten sehen vor, jedes Mitglied zu suspendieren, gegen das wegen "Verstößen vor allem sexueller Natur" ein Justizverfahren läuft. Im Falle einer Verurteilung droht ein Ausschluss. "Eine solche Suspendierung würde Roman Polanski betreffen, gegen den in den USA immer noch Ermittlungen laufen", sagte ARP-Präsident Jolivet.

Um die neuen Statuten in Kraft zu setzen, plant der Verband eine außerordentliche Generalversammlung. Einen Termin gibt es noch nicht. Die Oscar-Akademie in den USA hatte Polanski wegen "sexuellen Fehlverhaltens" im Zuge der MeToo-Debatte bereits vergangenes Jahr ausgeschlossen.

In Frankreich ist gerade Polanskis neuer Film "J'accuse" (Deutsch: "Intrige") über die Dreyfus-Affäre angelaufen. Kurz vor dem Filmstart warf ihm ein früheres Model vor, sie 1975 vergewaltigt zu haben, der Filmemacher bestreitet dies. In den USA droht dem Regisseur weiter ein Prozess wegen Sex mit einer Minderjährigen, den er 1977 auch einräumte, bevor er das Land verließ.