Polanskis Bitte um Prüfung von Vergewaltigungsfall findet Gehör bei US-Richter

Starregisseur Roman Polanski muss nach der Entscheidung eines US-Gerichts weiter befürchten, auch Jahrzehnte nach der Tat wegen der Vergewaltigung einer Minderjährigen bei einer Einreise in die Vereinigten Staaten inhaftiert zu werden

Nach jahrzehntelangem Katz- und Mausspiel mit der Strafjustiz in den USA hofft Starregisseur Roman Polanski auf einen Abschluss seines Falls. Im Jahr 1978 war Polanski aus den USA geflohen, weil ihm dort Vergewaltigung vorgeworfen wurde. Aus Angst vor Inhaftierung hat er das Land seitdem nicht mehr betreten. Ein Richter in Los Angeles nahm nun am Montag Polanskis Gesuch zur Prüfung der Aktenschließung an und stellte ein schriftliches Urteil in Aussicht.

Nach der Anhörung im Gericht blieb allerdings unklar, wann Richter Scott Gordon seine Entscheidung fällen wird und wie diese ausfallen könnte. Polanskis Anwalt Harland Brown will erreichen, dass der Richter den Vergewaltigungsfall für erledigt und die Strafe für abgebüßt erklärt. Es solle endgültig gerichtlich geklärt werden, welche Strafe der 83-Jährige zu erwarten hätte, wenn er nach fast 40 Jahren in die USA zurückkehrte.

Die Staatsanwaltschaft will dies aber verhindern. Polanski habe kein Recht auf eine Vorabprüfung seiner Straferwartung, argumentierte die stellvertretende Disktrikstaatsanwältin Michele Hanisee. "Es wäre nicht im besten Interesse der Justiz, einen wohlhabenden Prominenten anders zu behandeln als jeden anderen Justizflüchtling auch."

Im Jahr 1977 war Polanski unter Verdacht geraten, eine 13-Jährige unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Der polnisch-französische Filmemacher saß 42 Tage im Gefängnis, kam auf Kaution frei - und setzte sich nach Frankreich ab. Die schweizerische Justiz hatte ihn 2009 auf US-Ersuchen zehn Monate lang unter Hausarrest gestellt, ehe sie das Auslieferungsgesuch der USA ablehnte.

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