Polen widerspricht Angaben über Rückzug aus europäischer Eurokorps-Truppe

Die polnische Regierung zieht nach Angaben des Eurokorps Soldaten aus der europäischen Truppe zurück. Warschau erklärte dagegen am Dienstag, es handele sich lediglich um eine Reduzierung seines Kontingents und keinen kompletten Rückzug

Die polnische Regierung hat Angaben über einen Rückzug ihrer Soldaten aus dem europäischen Eurokorps-Truppe widersprochen. Das Verteidigungsministerium in Warschau erklärte am Dienstagabend, es handele sich lediglich um eine Reduzierung der Zahl der bereitgestellten Soldaten. Zuvor hatte ein Sprecher des Eurokorps-Hauptquartiers gesagt, Warschau habe den Abzug seiner 120 Soldaten aus der in Straßburg stationierten Truppe bis 2020 angekündigt.

Das polnische Verteidigungsministerium erklärte dazu, es sei "nicht richtig, dass Polen sich aus dem Eurokorps zurückzieht". Polen werde "sein Engagement über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren reduzieren".

Das 1993 auf Initiative Deutschlands und Frankreichs gegründete Eurokorps ist eine schnelle Einsatztruppe, die der Nato und der EU zur Verfügung steht. Insgesamt gehören dem Eurokorps 6000 Soldaten an, von denen 1000 in Straßburg stationiert sind. 5000 Soldaten gehören zur Deutsch-Französischen Brigade, die vor allem in Deutschland stationiert ist.

Die "Rahmennationen" sind Frankreich, Deutschland, Belgien, Spanien und Luxemburg. Als so genannte "assoziierte Nationen" sind bislang auch Polen, Griechenland, Italien, Rumänien und die Türkei beteiligt.

Das Eurokorps kann nach Abgaben der Bundeswehr bis zu 60.000 Soldaten führen, das Hauptquartier in Straßburg besteht aus einem Stab mit Unterstützungseinheiten mit rund tausend Bediensteten.

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