Viele Deutsche befürworten Griechenland-Bankrott

Aber auch Zustimmung zu Rettungsmaßnahmen

Eine knappe Mehrheit der Deutschen lehnt neue Milliardenhilfen für Griechenland ab. 46 Prozent würden einen Bankrott des Landes in Kauf nehmen, 43 Prozent plädieren für eine Ausweitung des Rettungspakets, wie das in Mainz veröffentlichte ZDF-Politbarometer ergab. 69 Prozent zeigten sich überzeugt, dass Griechenland selbst zu wenig zur Überwindung der Finanzkrise unternimmt. Langfristig erwarten 40 Prozent, dass ein Bankrott des Landes nur durch einen weiteren Teilerlass der Schulden Griechenlands abzuwenden ist. 39 Prozent halten dies nicht für notwendig.

Eine klare Mehrheit von 69 Prozent lehnt zudem eine Aufstockung der Mittel für die EU ab - nur 22 Prozent finden höhere finanzielle Beiträge für die EU zur Finanzierung von Aufgaben und Fördermaßnahmen in Europa richtig. 67 Prozent zeigen sich überzeugt, dass die Mittel, die der EU bisher zur Verfügung stehen, im Großen und Ganzen nicht richtig eingesetzt werden. Lediglich 18 Prozent gehen von einer überwiegend sinnvollen Verwendung aus.

Bei der Sonntagsfrage verzeichneten die Meinungsforscher für Union und SPD leichte Verluste von jeweils einem Prozentpunkt: CDU/CSU kämen auf 38 Prozent, die SPD auf 29 Prozent. Die Grünen würden um einen Punkt auf 14 Prozent zulegen, die Linke ebenfalls um einen Punkt auf sieben Prozent. Die FDP verharrt bei vier Prozent, ebenso wie die Piraten. Beide wären damit nicht im Bundestag vertreten. Eine Mehrheit im Parlament hätten eine große Koalition oder ein schwarz-grünes Bündnis.

Im direkten Vergleich beim Kampf um die Kanzlerschaft liegt Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) weiter vor ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück: 52 Prozent sprechen sich für Merkel aus, 38 Prozent für Steinbrück. Dabei ist Merkels Rückhalt bei den CDU/CSU-Anhängern mit 91 Prozent weiter deutlich höher als der von Steinbrück bei den SPD-Anhängern (77 Prozent). 68 Prozent gehen davon aus, dass Merkel auch nach der Wahl 2013 Kanzlerin sein wird, lediglich 24 Prozent glauben an einen Kanzler Steinbrück. Selbst bei den SPD-Anhängern ist nur rund die Hälfte von einem Sieg Steinbrücks überzeugt.

Von den aktuell zehn wichtigsten Politikern erhielt Merkel weiter die beste Bewertung, wenn auch mit schwächeren Werten als zuvor. Auf sie folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Steinbrück. Auf Platz fünf rangiert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin, dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer und SPD-Chef Sigmar Gabriel. Die beiden letzten Plätze belegen Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und FDP-Chef Philipp Rösler.

In der Rentenpolitik stößt die SPD mit ihrem jüngst beschlossenen Konzept auf mehrheitliche Zustimmung. 57 Prozent sprechen sich für den SPD-Vorschlag aus, dass Versicherte mit mindestens 45 Beitragsjahren bereits mit 63 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen können und im Gegenzug langfristig die Rentenbeiträge bis auf 22 Prozent erhöht werden. 38 Prozent lehnten diesen Vorschlag ab. Die SPD-Forderung, eine steuerfinanzierte Mindestrente von 850 Euro nach 30 Versicherungsjahren einzuführen, wird von 77 Prozent unterstützt und von 20 Prozent abgelehnt.

Für das aktuelle Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem vergangenen Dienstag und Donnerstag 1288 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

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