Politikchef der City of London sieht Chancen im Brexit

Mark Boleat, bei der City of London zuständig für die Strategie des Finanzzentrums, sieht im Austritt Großbritanniens aus der EU eine Chance. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, die Aussichten für den Finanzsektor hätten sich verbessert, seit der Brexit in Gang gesetzt worden sei

Mark Boleat, bei der City of London zuständig für die Strategie des Finanzzentrums, sieht im Austritt Großbritanniens aus der EU eine Chance. Im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte Boleat, die Aussichten für den Finanzsektor hätten sich verbessert, seit Premierministerin Theresa May Ende Mai den Brexit offiziell in Gang gesetzt habe. Es sei zu hoffen, dass die Verhandlungen über die Entflechtung der beiderseitigen Beziehungen nun zügig vorankämen, fügte Boleat hinzu.

Wünschenswert wäre eine frühe Einigung über die Bedingungen für den Austritt und die Rechte von Staatsangehörigen aus der EU in Großbritannien. Dann wäre die "Störung für Wirtschaft und Verbraucher minimal", sagte Boleat. Zu Berichten, die US-Investmentbank Goldman Sachs wolle bis zu tausend Beschäftigte von London nach Frankfurt am Main verlegen und HSBC ebenso viele nach Paris, meinte Boleat, solche Pläne habe es auch schon vor dem Volksentscheid zum Brexit gegeben. London bleibe als starker Finanzplatz auf jeden Fall erhalten.

Der britische Notenbankchef Mark Carney hatte am Freitag gesagt, ein EU-Austritt ohne Handelsvertrag werde weitreichende Folgen haben. Er äußerte sich aber optimistisch, dass eine Einigung zustande kommen werde.

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