Polizei in Chile geht mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor

Polizei und Demonstranten in Santiago de Chile

Bei neuen Protesten gegen die Bildungspolitik der chilenischen Regierung haben sich maskierte Demonstranten gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Sicherheitskräfte setzten am Dienstag in Santiago de Chile Tränengas und Wasserwerfer ein, nachdem sie von Demonstranten mit Steinen angegriffen worden waren. Insgesamt nahmen an der Demonstration in der chilenischen Hauptstadt mehrere zehntausend Studenten teil.

In Chile gibt es bereits seit 2011 Studentenproteste, die immer wieder in Gewalt ausarten. Die Modernisierung des noch unter Diktator Augusto Pinochet eingerichteten Bildungssystems zählt zu den zentralen Versprechen von Staatschefin Michelle Bachelet. Zwar sind Teile der Reform bereits in Kraft getreten. Vielen Studierenden gehen die Änderungen aber nicht weit genug.

Die Demonstranten fordern unter anderem freien und kostenlosen Zugang zu den Universitäten des Landes. Der Gesetzentwurf sah unter anderem, den Zugang zu kostenloser Bildung an die wirtschaftliche Entwicklung zu koppeln. Das lehnen die Studenten ab.

Nach den ersten Massenprotesten in diesem Jahr stoppte der Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses einen entsprechenden Gesetzentwurf. Bevor im Plenum darüber beraten werden kann, muss Bachelets Regierung nun nachbessern. "Ich würde liebend gerne über eine Bildungsreform abstimmen", sagte der unabhängige Abgeordnete Giorgio Jackson, ein früherer Studentenführer. "Aber bittet uns nicht darum, für dieses frustrierende und enttäuschende Gesetz zu stimmen."

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen