Polizei setzt Räumung in Fechenheimer Wald in Frankfurt am Main fort

Die Polizei in Frankfurt am Main hat am Donnerstag die Räumung des Fechenheimer Walds für den umstrittenen Ausbau der Autobahn 66 fortgesetzt. Dabei gelang es, das höchste Gebilde im Wald zu räumen, wie die Beamten mitteilten. Auf dem sogenannten Highpod befanden sich vier Aktivisten. Alle Aktivisten wurden erneut aufgefordert, den mittlerweile umzäunten Bereich zu verlassen.

Rund um das Gebiet könne es weiterhin zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, erklärte die Polizei. Die Sperrung der A66 zwischen den Anschlussstellen Bischofsheim und Bergen-Enkheim werde voraussichtlich bis Sonntagabend bestehen bleiben.

Umweltschützer kritisierten erneut den Ausbau und den Polizeieinsatz für die Räumung des Walds. Sie warfen den Beamten ein "fahrlässiges Vorgehen" vor. Sie seien "unverhältnismäßig" und "menschenverachtend" vorgegangen. Neben einer Traverse, in der ein Aktivist kletterte, sei am Mittwoch ein Baum gefällt worden. Teile des Baums seien abgestürzt und hätten die Traverse ins Wackeln gebracht.

Am ersten Einsatztag am Mittwoch waren die Beamten nach eigenen Angaben auf rund 30 Aktivisten getroffen, die sich in Baumhäusern teils in sehr großer Höhe aufhielten. Sechs Baumhäuser wurden geräumt. Die Beamten leiteten drei Ermittlungs- und 18 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Zehn Menschen wurden vorübergehend festgenommen, wenig später aber auch wieder frei gelassen. Der erste Einsatztag sei insgesamt friedlich abgelaufen. Niemand wurde verletzt.

Am Dienstag hatte der hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel den Weg für die Rodung freigemacht. In einer nicht anfechtbaren Entscheidung wies er den Eilantrag einer Umweltschutzgruppe zurück, die aus Artenschutzgründen ein Verbot der Baumfällungen gefordert hatte.

Am Mittwoch wies das Verwaltungsgericht Frankfurt einen Eilantrag gegen die am Morgen begonnene Räumung ab. Die Räumung und die ausgesprochen Platzverweise seien rechtmäßig, hieß es. Der VGH entschied zudem, dass die Allgemeinverfügung zur Sperrung des Walds bestehen bleibt. Ein Aktivist hatte den Zugang zu seinem Baumhaus gefordert, in dem er lebt.

Für den Lückenschluss der A66 zwischen Hanau und Frankfurt am Main müssen etwa zweieinhalb Hektar Wald gerodet werden. Für die Streckenabschnitte im Bereich der Frankfurter Borsigallee und dem Abschnitt Tunnel Riederwald liegt bereits seit Jahren Baurecht vor. Rund tausend Bäume sollen gefällt werden, 2031 soll der Ausbau fertiggestellt sein.

Gegen das Bauprojekt wird seit Jahren protestiert. Mit dem Lückenschluss soll die A66 mit der A661 verbunden werden. Das Gebiet, in dem gerodet werden soll, ist 230 Meter lang und bis zu 140 Meter breit. Seit September 2021 besetzen Umweltaktivisten den Wald. Teils leben sie dort in Baumhäusern.

ald/cfm