Polizeieinsatz: Gerangel bei Gedenken an Holocaust-Opfer in Marzahn

Berlin. Während einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Marzahner Parkfriedhof ist es am Sonnabend zu einem Polizeieinsatz gekommen. Hintergrund ist ein Streit darüber, ob Vertreter der AfD, die in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt wurden, an einem solchen Gedenken teilnehmen sollen. Die BVV Marzahn-Hellersdorf und der Heimatverein hatten auf den Friedhof geladen. Bereits 2019 hatte es Diskussionen um die Teilnahme der AfD gegeben. Als rechte Partei der Nazi-Opfer zu gedenken, sei heuchlerisch, lautete der Vorwurf. Antifaschistische Bündnisse und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) hatten in diesem Jahr bereits angekündigt, zu protestieren.

Das „stille Gedenken“ fiel dann auch alles andere als still aus. Rund 120 Beamte trennten die rund 30 Gäste der Gedenkveranstaltung von mehr als 100 Demonstranten, unter ihnen auch Nachkommen von Holocaust-Überlebenden. Die Polizei sprach von einem „überwiegend störungsfrei“ verlaufenen Einsatz. „Es kam nur zu Trennungen der beiden Parteien“, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst wurden die Demonstranten daran gehindert, den Friedhof zu betreten. Auch Vertreter des Bezirksamts warteten vor den Toren.

Die Polizei versperrte den Demonstranten den Weg zu der Gedenkstele. Durchgelassen wurden auch keine Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. „Ich will doch nur meiner Familie gedenken, die von den Nazis ermordet wurde“, sagte ein Mann mit Tränen in den Augen.

Pfarrer Ernst-Go...

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