"Polizeiruf 110": Deswegen streiten Bukow und König über Politik

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Bukow und König, alias Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau, gelten als eines der beliebtesten Ermittlerteams des "Polizeiruf"-Kosmos'. Im neuesten Film liegen sie im politischen Diskurs ein wenig auseinander. Darum ticken die beiden anders:

Es waren düstere 90 Minuten, die einen in die Abgründe des rechten Sumpfs blicken ließen. Auch wenn das Drehbuch natürlich reine Fiktion war, sind Parallelen zu den wirklichen politischen Entwicklungen in manchen Parteien und manchen Regionen natürlich nicht zu übersehen und sind so sicherlich auch gewollt. Auch zwischen den Protagonisten, den Kommissaren Katrin König (Anneke Kim Sarnau, 46) und Sascha Bukow (Charly Hübner, 45) entbrennt kurzzeitig ein kleiner politischer Zwist.

Nicht, dass einer von den beiden die politischen Ziele der im Film gezeigten rechten Parteien unterstützen würde. Doch so ist es Bukow, der zumindest ein gewisses Verständnis für die Ängste und Nöte der dortigen Bevölkerung in strukturschwachen Gebieten aufbringen kann. Warum das so ist, erklärt auch Schauspieler Hübner selbst: "Bukow ist in all seiner Verschrobenheit an den Menschen dran." Nichts Menschliches sei ihm fremd.

Bukow kommt eben aus der Gegend

Seine Intuition lasse sehr an abstrakten Ideen einer linksgeprägten "Studierten" wie Frau König zweifeln. Es sei eine Denke von oben und nicht mit den Menschen vor Ort. Ähnlich sieht dies auch Sarnau: "Bukow kommt aus der Gegend und kriegt auch Dinge mit, die an ihr (Kommissarin König, Anm. d. Red.) in ihrem verkopften Dasein teilweise einfach vorbeigehen." Er sei bodenständiger und könne deswegen die Angst und den Frust der Leute besser nachvollziehen.

Dennoch halte ihre Rolle dagegen: "Was für ein Leben wäre das, wenn alle aus Angst ihre Ideale über Bord werfen?" Hier käme der Idealismus von König zum Tragen. Beide seien aber der Meinung, dass die Überzeugung der Menschen über Fakten passieren müsse, über konkretes Engagement. Deswegen würden die beiden auch nicht so weit auseinander liegen.

Foto(s): NDR/Christine Schroeder, honorarfrei