USA: Polizisten schauen zu, wie ein Mann ertrinkt

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Die Polizei, dein Freund und Helfer, heißt es doch. In Arizona halfen Polizisten einem Mann eben nicht. Stattdessen schauten sie zu, wie er in einem See ertrank. Sind sie deswegen schuldig?

Polizeiwagen
Ließen die Polizisten den Mann mit Absicht ertrinken? (Symbolbild: Getty Images)

Haben sich drei Polizisten in Tempe, US-Bundesstaat Arizona, etwas zu Schulden kommen lassen? Handelten sie richtig oder falsch, als sie zuließen, dass ein Mann in einen See sprang und vor ihren Augen ertrank?

Der Vorfall ereignete sich am 28. Mai diesen Jahres am Stausee von Tempe nahe der Elmore Pedestrian Bridge, wie der US-Nachrichtensender "CNN" unter Berufung auf eine Stellungnahme der Stadt Tempe berichtet.

Demnach seien die Polizisten wegen einer "angeblichen Schlägerei" alarmiert worden. Am vermeintlichen Tatort hätten sie Sean Bickings, das spätere Opfer, und seine Ehefrau angetroffen. Die beiden bestritten, dass es zwischen ihnen zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sei.

Mann ertrinkt vor den Augen der Polizisten

Während die Polizisten Bickings befragten und Informationen über ihn eingeholt hätten, sei der 34-Jährige über den Zaun geklettert und dann in den See gesprungen, heißt es in der am Montag veröffentlichten Erklärung. Bald darauf sei der Mann "untergetaucht und nicht wieder aufgetaucht".

Die Stadt hat einen Ausschnitt von der Aufnahme veröffentlicht, die von der Bobycam eines der Polizisten stammt. Zu sehen ist, wie sich die Polizisten zunächst mit der Frau, dann mit dem auf einer Bank sitzenden Bickings unterhalten.

Wenig später klettert der Mann über das Geländer. Die Polizisten ermahnen ihn, dass es verboten sei, im See zu schwimmen. Trotzdem springt er ins Wasser und schwimmt davon. "Was glaubst du, wie weit er kommen wird", fragt einer der Polizisten.

Die Stadt hat auf Grundlage der Filmaufnahmen auch ein Transkript aller Gespräche veröffentlicht. Demnach rief Bickings den Polizisten wiederholt zu, dass er ertrinke. Einer der Polizisten entgegnete ihm einmal: "Okay, ich spring Ihnen nicht hinterher."

Polizei untersucht den Vorfall

Ob die Polizisten richtig oder falsch gehandelt haben, soll nun vom Tempe Police Department untersucht werden, heißt es in der Stellungnahme. Als Rechtfertigung ihres Verhaltens lässt sich die E-Mail der Polizeigewerkschaft Tempe Officers Association an "CNN" verstehen.

In dem Schreiben erklärt die Organisation, dass Polizisten in der Rettung Ertrinkender nicht ausgebildet seien und für solche Einsätze nicht über die nötige Ausrüstung verfügten. "So ein riskanter Rettungsversuch kann leicht zum Tod der Person im Wasser und des Polizisten führen", so die Gewerkschaft.

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