Polnisches Gericht fordert Entschuldigung wegen ZDF-Fernsehfilm

teleschau
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Die Macher des ZDF-Dreiteilers
Die Macher des ZDF-Dreiteilers "Unsere Mütter, unsere Väter", einer Kriegsfilmreihe aus der Perspektive deutscher Wehrmachtssoldaten wie dem jungen Wilhelm Winter (Volker Bruch), sind von einem polnischen Gericht dazu verurteilt worden, sich öffentlich zu entschuldigen. (Bild: ZDF / David Slama)

Ein Gericht in Krakau fordert von den Machern des 2013 veröffentlichte ZDF-Dreiteilers "Unsere Mütter, unsere Väter" eine öffentliche Entschuldigung. Geklagt hatte ein polnischer Kriegsveteran.

Die Macher des deutschen Kriegsdreiteilers "Unsere Mütter, unsere Väter" sind von einem polnischen Gericht dazu verurteilt worden, sich öffentlich zu entschuldigen. In der mit dem internationalen Emmy ausgezeichneten ZDF-Serie seien Soldaten der polnischen Heimatarmee nicht korrekt dargestellt worden. Kläger war Zbigniew Radlowski, ein 96 Jahre alter polnischer Kriegsveteran und Überlebender eines Konzentrationslagers.

Kritik nicht nur aus Polen

Laut Medienberichten soll die Entschuldigung sowohl im polnischen Fernsehen als auch in den Sendern ZDF, ZDFneo und 3sat veröffentlicht werden. "Unsere Mütter, unsere Väter" habe suggeriert, dass Polens Heimatarmee (Armia Krajowa, AK) eine Mitschuld am Holocaust trage. Bereits 2018 hatte ein Gericht in Krakau die Produzenten in erster Instanz zu einer Entschuldigung und einer Zahlung von Schadensersatz in Höhe von umgerechnet etwa 5000 Euro verurteilt, wogegen die Macher in Berufung gegangen waren.

Nun wollen ZDF und UFA Fiction laut einer Stellungnahme erneut Rechtsmittel gegen die Entscheidung prüfen, sobald das Urteil schriftlich vorliege. Die Filmreihe, die von fünf jungen Deutschen während des Zweiten Weltkriegs handelt, hatte bereits bei ihrer Ausstrahlung im polnischen Fernsehen für heftige Kritik gesorgt. Auch aus anderen Ländern, etwa den USA und Russland, wurden in den vergangenen Jahren kritische Stimmen laut. Eine Kritik der "New York Times" verglich den Dreiteiler 2014 beispielsweise mit Propagandafilmen aus der Nazizeit.

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