Pompeo: USA werden Kampf gegen Dschihadistenmiliz IS weiterhin anführen

Mutmaßliche IS-Kämpfer im syrischen Gefängnis von Hasakeh

Die USA werden nach den Worten von Außenminister Mike Pompeo auch künftig den internationalen Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anführen. "Die Vereinigten Staaten werden weiterhin die Koalition und die Welt bei diesem zentralen Sicherheitsprojekt anführen", sagte Pompeo am Donnerstag in Washington beim Auftakt eines Treffens von Vertretern der Anti-IS-Koalition.

Frankreich hatte das Treffen beantragt, nachdem US-Präsident Donald Trump Anfang Oktober den Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien angeordnet hatte. Dies weckte die Sorge, dass die Dschihadistenmiliz wieder erstarken könnte.

Pompeo sagte, die US-Truppen seien so positioniert, dass ein Erstarken des IS verhindert werde. Dabei verwies er auf die Tötung des IS-Führers Abu Bakr al-Bagdadi durch US-Spezialeinsatzkräfte im Norden Syriens Ende Oktober.

Der US-Außenminister forderte die Verbündeten einmal mehr dazu auf, ihre im Ausland inhaftierten Staatsbürger zurückzuholen, die sich als Kämpfer der Dschihadistenmiliz angeschlossen hatten. Die europäischen Heimatländer müssten diese Kämpfer "für die von ihnen begangenen Gräueltaten" zur Rechenschaft ziehen, sagte Pompeo.

Nach dem Abzug der US-Truppen hatte die türkische Armee Anfang Oktober ihre Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die von den USA zuvor lange im Kampf gegen den IS unterstützt worden war. In der Folge entkamen zahlreiche IS-Kämpfer aus bis dahin von der Kurdenmiliz bewachten Gefangenenlagern, hunderttausende Kurden wurden aus Nordsyrien vertrieben.

An dem Treffen der Anti-IS-Allianz nahm von deutscher Seite der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen (SPD), teil. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg war dabei; er wollte sich später mit Trump treffen.