Portugal will mit „goldenem Visum“ reiche Türken ins Land locken

Investitionswillige Nicht-EU-Bürger erwarten in Portugal „goldene Aussichten“. (AP Images)

Das Land auf der iberischen Halbinsel gilt als das Kalifornien Europas. Warmes Wetter, viel Sonnenschein und entspannte Menschen. Doch für Migranten scheint Portugal als Heimat nicht interessant zu sein. Das will das Land jetzt ändern und bietet Aufenthaltsgenehmigungen gegen finanzielle Sicherheiten an.

Wer also etwas zur portugiesischen Wirtschaft beitragen kann, ist sofort willkommen. Mit sogenannten „goldenen Visa“ will Portugal wohlhabende Menschen anziehen. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, seien in letzter Zeit vor allem die Anfragen aus der Türkei für eine solche Aufenthaltsform angestiegen. Offenbar suchen gut betuchte Türken aufgrund der Spannungen in ihrem Land eine Ausreisemöglichkeit.

In Portugal steigen die Visa-Anträge aus der Türkei – allerdings sehr langsam. (AP Images)

Um ein „goldenes Visum“ zu bekommen, muss man entweder Immobilien im Wert von mindestens 500.000 Euro erwerben, mindestens eine Million Euro nach Portugal transferieren, zehn Arbeitsplätze schaffen oder in Wissenschaft und Kultur investieren. Die Visa gelten aber nur für Menschen aus Nicht-EU-Ländern. Das von der Wirtschaftskrise hart getroffene Portugal möchte auf diese Weise die Kapitalzuflüsse ins eigene Land ankurbeln.

Seit 2012 sind 42 solcher „goldener Pässe“ an Türken vergeben worden. Zum Vergleich: Im Gegensatz zu den rund 30.000 Türken, die laut dem Berliner Wirtschaftsexperten Suat Bakir jährlich nach Deutschland auswandern, eine extrem niedrige Zahl. Überhaupt zieht es nur wenige Türken in das Land am Atlantik: In Portugal leben aktuell weniger als 1000 Türken.

Lissabon galt schon zur Zeit des Zweiten Weltkriegs als sicherer Hafen für Verfolgte. (AP Images)

Auf lange Sicht haben die Inhaber solcher Visa auch Aussicht auf die portugiesische Staatsbürgerschaft. Insgesamt vergab Portugal bisher 4600 solcher Visa als Dank für Investitionen. Fast 70 Prozent davon gingen an Chinesen. Seit 2015 steigen die Nachfragen aus der Türkei. 2016 wurden 15 „goldene Pässe“ an Türken vergeben, alleine in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es bereits 13.

In der Türkei und anderen europäischen Ländern wirbt Staatspräsident Erdogan derzeit für einen Umbau des politischen Systems. Bei einem Referendum am 16. April soll darüber abgestimmt werden, ob der Präsident mehr Befugnisse erhält. Kritische Beobachter warnen, dass Erdogan damit einer Diktatur den Weg ebnen würde.

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