Portugals Finanzminister Centeno steigt aus Rennen um IWF-Spitze aus

Logo des IWF

Die EU-Mitgliedstaaten haben am Freitag mit der Wahl ihres Kandidaten an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) begonnen. Zur Wahl standen vier Kandidaten, wie das französische Finanzministerium in Paris mitteilte. Der portugiesische Finanzminister und derzeitige Eurogruppen-Chef Mario Centeno habe seine Kandidatur zurückgezogen. Großbritannien hatte demzufolge keinen Kandidaten in letzter Minute präsentiert.

Verbliebene Kandidaten für das Amt sind damit Spaniens Finanzministerin Nadia Calvino, der frühere Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, die bulgarische Vize-Weltbankchefin Kristalina Georgieva und der finnische Zentralbankvorsitzende Olli Rehn. Die Wahl laufe nach den europäischen Regeln ab, erklärte das Finanzministerium in Paris, nötig ist demnach eine qualifizierte Mehrheit von 16 Mitgliedsländern mit insgesamt mindestens 65 Prozent der Bevölkerung der EU. Es könnten mehrere Wahlrunden stattfinden, falls nötig.

Die amtierende Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, wird im September ihren Posten abgeben, um Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) zu werden. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire war von seinen europäischen Kollegen damit beauftragt worden, die Suche nach einem Kandidaten für die Nachfolge Lagardes zu koordinieren. Traditionell wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank von einem US-Staatsbürger.

Die Europäer wollten eigentlich bis Ende Juli einen Kandidaten gefunden haben. Le Maire hatte am Donnerstag erklärt, es gebe noch keine Einigkeit. Nach AFP-Informationen stellten sich südliche Länder gegen Dijsselbloem und Rehn, weil sie für eine strenge Ausgabenpolitik stünden, nördliche Länder gegen Calvino, weil sie zu wenig Erfahrung habe.

Der Kandidat oder die Kandidatin der EU hat bis 6. September Zeit, sich beim IWF zu bewerben. Der Fonds will seine neue Amtsspitze am 4. Oktober wählen.