Portugiesische Bankkonten von Isabel dos Santos werden eingefroren

Isabel dos Santos im Februar 2018 in Portugal

In Portugal werden die Bankkonten der unter Betrugs- und Geldwäscheverdacht stehenden angolanischen Milliardärin Isabel dos Santos eingefroren. Damit werde einem Antrag der angolanischen Behörden entsprochen, sagte ein Sprecher der portugiesischen Staatsanwaltschaft am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Nach Enthüllungen über dubiose Milliardengeschäfte hatte die Justiz des afrikanischen Landes im Januar Anklage gegen die Tochter von Ex-Staatschef José Eduardo dos Santos erhoben.

Die angolanische Justiz wirft der reichsten Frau des Landes unter anderem die Unterschlagung von Geldern während ihrer Zeit an der Spitze des staatlichen Ölkonzerns Sonangol vor. Die Ermittler gehen davon aus, dass Dos Santos einen Großteil dieser Gelder in Portugal investierte. Zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen zählen auch unerlaubte Einflussnahme und Urkundenfälschung. Dos Santos weist die Vorwürfe komplett zurück.

José Eduardo Dos Santos hatte Angola, das zu den korruptesten Ländern der Welt gehört, von 1979 bis 2017 autokratisch regiert. Als "Luanda Leaks" bezeichnete Recherchen des Internationalen Konsortiums Investigativer Journalisten (ICIJ), zu dem die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR gehören, legen den Verdacht nahe, dass seine Tochter massive Vorteile aus dem korrupten System zog. Die Geschäftsfrau lebt seit dem Rücktritt ihres Vaters in London und Dubai.

dja