Potsdam: Günter Baaske: "Wir bezahlen Erzieher besser als Berlin"

Der brandenburgische Bildungsminister und SPD-Politiker über die schwierige Suche nach Erziehern und Lehrern im Land Brandenburg.

Potsdam.  Brandenburg sucht für das kommende Schuljahr noch rund 700 Lehrer. Auch Erzieher in Kindertagesstätten sind knapp. "Die Situation ist in einigen Regionen in der Tat dramatisch", sagt Bildungsminister Günter Baaske (SPD) im Gespräch mit der Berliner Morgenpost.

Herr Baaske, warum sind Sie lieber Politiker als Lehrer?

Günter Baaske: (lacht) Das bin ich gar nicht. Ich bin gerne Minister, war aber auch sehr gerne Lehrer für Mathe und Physik. Bis ich am 1. September 1989 von einer Gehörlosenschule in Berlin an die Schule in der Nähe meiner Heimatstadt Belzig wechselte. Denn gleich am ersten Schultag in einer achten Klasse kam die Schulrätin. In den ersten zwei Stunden, in denen ich erst einmal warm werden wollte mit der Klasse, saß sie mit im Unterricht und warf mir anschließend vor, bei den Jungen nicht für die Nationale Volksarmee (NVA) geworben zu haben. Außerdem bekam ich mit, dass vor mir gewarnt worden war. Ich würde in Kirchen singen, und man möge mich doch bitte im Auge behalten.

Und dann?

Dann bin ich zu Norbert Leisegang nach Hause gefahren, meinem Freund und Sänger der Rockgruppe Keimzeit, und habe ihm meinen letzten Lohnzettel gezeigt. Er meinte, er zahle mir als Manager 50 Mark der DDR mehr. Daraufhin schrieb ich auf meiner Reiseschreibmaschine Erika die Kündigung und knallte sie der Schulrätin nachmittags um halb vier auf den Tisch. Natürlich habe ich noch ein paar Wochen gearbeitet, bis Ersatz kam.

Sie waren ja nur nebenbei Manager der Band Keimzeit, im damaligen Kreis B...

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