Präsident Macron warnt vor Rechtfertigung von "Hass" mit der Shoah

Macron bei seiner Rede zum Gedenken an die Befreiung des Lagers Auschwitz

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in Jerusalem davor gewarnt, mit dem Verweis auf den Holocaust Hass und Spaltung zu rechtfertigen. "Niemand hat das Recht, seine Toten anzuführen, um eine Spaltung herbeizuführen oder Hass zu säen", sagte Macron am Donnerstag in einer Rede zum Gedenken an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren.

Zuvor hatten US-Vizepräsident Mike Pence und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in ihren Reden Härte gegenüber dem Iran bekundet. Netanjahu rief zum Widerstand gegen den Iran auf, den er als "antisemitischsten Staat der Welt" bezeichnete. "Wir werden keinen weiteren Holocaust zulassen", betonte er. Macron betonte dagegen in seiner Rede, die Toten verpflichteten die nachfolgenden Generationen "zum Dialog und zur Freundschaft".

Macron hatte bereits am Mittwoch mit Netanjahu über die Spannungen mit dem Iran beraten. Der israelische Regierungschef drängte Frankreich dazu, nach dem Vorbild der USA neue Sanktionen gegen Teheran zu verhängen. Paris setzt jedoch wie Berlin auf eine diplomatische Lösung.

Nach den iranischen Raketenangriffen auf zwei Militärstützpunkte im Irak hatte Netanjahu Teheran im Falle eines Angriffs auf israelische Ziele mit einem "gewaltigen Gegenschlag" gedroht.