Präsidentschaftswahl in Tschechien: Babis und Pavel gehen in die Stichwahl

Nach der zweitägigen Präsidentschaftswahl in Tschechien kommt es nun zu einer Stichwahl. Der populistische Ex-Regierungschef Andrej Babis und der frühere Nato-General Petr Pavel erreichten die meisten Stimmen.

Beide lagen nach dem ersten Wahlgang nach Auszählung aller Wahlbezirke beinahe gleichauf. Demnach entfielen auf Pavel 35,39 Prozent der Stimmen. Babis erzielte 35,0 Prozent. Auf Platz drei landete abgeschlagen mit 13,9 Prozent die einzige Frau unter den acht Bewerbern, die Wirtschaftsprofessorin Danuse Nerudova.

Babis, der von 2017 bis Ende 2021 an der Spitze der Regierung stand, bezeichnete sein Abschneiden in einer ersten Reaktion als "fantastisch". Zugleich warf der gebürtige Slowake seinen Gegnern vor, ihn mit dem früheren sowjetischen Geheimdienst KGB in Verbindung bringen zu wollen.

Pavel rechnet mit einem harten Wahlkampf vor dem Stechen am 27. und 28. Januar: Babis wisse nicht, wie man ohne Fouls spielt, sagte der 61-Jährige vor seinem Wahlkampfteam.

Die Wahlbeteiligung lag bei rund 68,2 Prozent - 8,3 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Gewählt wurde auch in den Botschaften und Generalkonsulaten im Ausland, zum Beispiel in Berlin, Wien und Kiew.

Der Präsident hat in dem osteuropäischen Land, das Teil der Nato und der EU ist, überwiegend repräsentative Aufgaben, gilt aber als einflussreicher Meinungsbildner.