Premiere: Ballett auf Socken und Spitzen

Premiere: Hofesh Shechters choreographischen Stilmix und Nacho Duatos letzte Berliner Kreation zeigt das Staatsballett mit „Duato | Shechter“

In der Vergangenheit lauern psychische Traumata, die ein ganzes Leben bestimmen können. In der Zukunft wartet: Zerstörung. Dazwischen hin- und hergerissen im Heute: wir, der Mensch. Thematisch großen Brocken wendet sich das Staatsballett mit dem Doppelabend "Duato | Shechter" zu. Ums Verlassenwerden im Alter von zwei Jahren kreist der Halbstünder "The Art of Not Looking Back" des israelischen Choreographen Hofesh Shechter. Dem Ende der "Erde" widmet sich Staatsballett-Intendant Nacho Duato, in seiner erst zweiten und schon letzten Arbeit fürs Staatsballett. Vom "Greenpeace-Stück" sprachen Spötter im Vorfeld, und tatsächlich darf die Umweltorganisation im Programmheft Tipps zur Energie- und Konsumwende geben.

Aufmerksam machen möchte Duato auf die Umweltschäden im Anthropozän – dem von Wissenschaftlern ausgerufenen Zeitalter, in dem die Menschen ihren Planeten auch geologisch formen. Etliche Nummern kleiner als die brisante Themenstellung fällt Duatos Durchführung aus. Wieder einmal erweist sich der Spanier als Ästhetizist, der Bewegung und Körper im Raum anordnet – hier zum durchaus ansprechenden Soundtrack von Pedro Alcalde und Sergio Caballero, die ein eigens komponiertes Streichertrio mit Naturklängen und Elektrotracks von Richie Hawtin, Alva Noto und Mika Vainio mischen.

Die Körper streben nach Schwerelosigkeit

Eine zum Thema passende Bewegungsqualität zu entwickeln ist Duato allerdings nicht gegeben: Selbst wenn sich seine Tänzer und Tänzerinnen auf dem Boden wälzen oder mi...

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