Prince-Erben wollen Veröffentlichung von alten Stücken stoppen

Prince bei einem Konzert in Paris 1990

Ein Jahr nach dem plötzlichen Tod von US-Popstar Prince wollen dessen Erben die Veröffentlichung von alten Stücken des Musikers verhindern. Laut einer am Mittwoch im Bundesstaat Minnesota eingereichten Klageschrift werfen Princes Geschwister als Nachlassverwalter dem Toningenieur Ian Boxill vor, mit der geplanten Veröffentlichung der Songs gegen eine Vereinbarung zu verstoßen.

Boxill will zum ersten Todestag des legendären Popstars eine EP mit dem Titel "Deliverance" ("Erlösung") mit sechs Liedern herausbringen, die er zwischen 2006 und 2008 mit Prince aufgenommen hatte. Boxill wolle die Aufnahmen "ausschlachten, die unrechtmäßig in seinem Besitz" seien, heißt es nun in der Klage. Der Toningenieur habe eine vertrauliche Vereinbarung unterzeichnet, dass die Lieder "im ausschließlichen Besitz" des Musikers blieben.

Boxill schickte eine Antwort auf die Klage, deren Inhalt das Gericht zunächst unter Verschluss hielt. Zuvor hatte er sich überzeugt gezeigt, dass Prince die Veröffentlichung der Musik durch ein unabhängiges Label begrüßt hätte. Nach seinen Angaben soll ein Großteil der Erlöse in den Nachlass des Musikers fließen.

Der Titelsong der EP, eine Rockballade, wurde bereits am Dienstagabend veröffentlicht, die fünf übrigen Songs sollen am Freitag zum ersten Todestag von Prince folgen. Nach den digitalen Veröffentlichungen soll im Juni dann eine CD auf den Markt kommen.

Prince war am 21. April vergangenen Jahres im Alter von 57 Jahren auf seinem Anwesen Paisley Park in Minnesota an einer versehentlichen Überdosis von Schmerzmitteln gestorben. Er hinterließ kein Testament. Der legendäre Musiker hatte sich zuvor immer wieder gegen die Macht der Musik- und Vermarktungsindustrie zur Wehr gesetzt.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen