Prinz Andrew: Die Zeiten der Höflichkeit sind vorbei

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Die britische Öffentlichkeit verliert die Geduld mit Prinz Andrew und der königlichen Familie. Dabei spielt auch der jüngste Skandal des Premierministers eine Rolle.

Die Ankündigung des königlichen Hofs in London kam umgehend. Keine 24 Stunden nachdem die Anwälte von Prinz Andrew in New York damit gescheitert waren, einen Prozess wegen sexuellen Missbrauchs gegen den zweiten Sohn von Königin Elizabeth II. abzuwenden, reagierte der Palast. Prinz Andrew wurden am Donnerstag nahezu all seine militärischen Ehren entzogen. Am Vormittag hatte sich die Queen ihren Lieblingssohn bereits persönlich vorgeknöpft.

In der Öffentlichkeit ist Prinz Andrews Ruf längst ruiniert. Aber in letzter Zeit hatte auch das Militär protestiert. Soldaten der Grenadier Guards waren nicht mehr gewillt, auf das Wohl des Prinzen, ihres Colonels, anzustoßen.

Mehr noch: 152 Kriegsveteranen aus Royal Navy, British Army und der RAF (Royal Air Force) schrieben der Queen, sie seien "verärgert", dass der Prinz weiterhin ein Mitglied des Militärs sei und militärische Titel halte, sogar die Auszeichnung Vizeadmiral der Royal Navy. Andrew habe sich rund um den Missbrauchsprozess "weniger als ehrlich" verhalten. Die Militärs, die stolz auf ihren strengen Ehrenkodex sind, sehen ihr Ansehen durch den Prozess und das Verhalten des Prinzen in Mitleidenschaft gezogen. "Wäre er irgendein anderer Soldat, wäre es undenkbar, dass er noch im Amt wäre", sagten die Kriegsveteranen. "Wir fordern Sie daher auf, Prinz Andrew umgehend von all seinen Ämtern zu entheben und im Zweifel unehrenhaft zu entlassen." Man verstehe, dass Andrew der Sohn der Queen sei, aber hier gehe es darum, dass sie die oberste Befehlsgewalt des Militärs innehabe. "Der Schritt hätte schon lange unternommen werden müssen."

Die Queen konnte nicht anders, als dem zu folgen. "Mit der Zustimmung und dem Einvernehmen der Queen wurden die militärischen Titel und royalen Schirmherrschaften des Herzogs von York an die Königin zurückgegeben", lautete der knappe Vierzeiler vom Donnerstag. Der Herzog von York werde auch weiterhin keine öffentlichen Verpflichtungen mehr wahrnehmen und seinen Fall als privater Bürger verteidigen, teilte das Königshaus mit.

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