Pro Pressefreiheit: Moderatorin Dunja Hayali verfasst leidenschaftliches Facebook-Posting

Dunja Hayali wehrt sich immer wieder gegen Pöbler und Hetze im Netz. (Bild: ddp Images)

Wiederholt hat sich Journalistin Dunja Hayali kritisch über die AfD und Pegida geäußert – dafür wurde sie von Internetnutzern immer wieder verbal angegriffen. In den vergangenen Wochen wurde sie zudem erneut dafür angefeindet, beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu arbeiten. Nun platzte Hayali der Kragen.

„Sie können ihre eigene Meinung haben, nicht aber ihre eigenen Fakten“, so lautet die Überschrift ihres Statements auf Facebook. Mit dem Text wendet sich Hayali an jene, die die Journalistin auf ihrem Facebook-Profil immer wieder in Hasskommentaren beschuldigen, sich von „ganz oben“ steuern zu lassen. Die Behauptungen der Kritiker: Die öffentlich-rechtlichen Sender würden Deutschland zerstören wollen, es gäbe keinen Meinungspluralismus in der deutschen Medienlandschaft.

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Dazu Hayali: „Was hätten wir davon? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn.“ Sie kontert auf diese Behauptungen: „Es gibt hier in Deutschland Zeitungen, Zeitschriften und Internetportale für alle Richtungen und Strömungen”. Ob ,Junge Freiheit’ oder linksalternative ,taz. die tageszeitung’, die linksliberale ,Süddeutsche Zeitung’, die konservativere ,FAZ.NET – Frankfurter Allgemeine Zeitung’ oder die emotionsgeladene ,Bild-Zeitung’. Wir haben die Wahl. SIE haben die Wahl.“

Damit zeigt die ZDF-Moderatorin deutlich, dass sie genug davon hat, sich die Vorwürfe der Facebook-User gegen die sogenannten „Systemmedien“ anhören zu müssen.

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Ihr Plädoyer für die Pressefreiheit ergänzte sie daher mit den Worten: „Wir Journalisten sind nicht dazu da, Ihnen Ihr Weltbild zu spiegeln oder zu bestätigen. Wir sind da, um zu zeigen, was ist und manchmal auch um zu zeigen, was nicht ist bzw. sein könnte. Wir ordnen ein. Wir hinterfragen. Es geht um die Sache. Um den Erkenntnisgewinn. Viele meiner Kollegen stehen genau für diese unabhängige journalistische Arbeit ein und ich, hier kann ich nur für mich sprechen und versprechen, ich werde es auch weiterhin tun. Das ist die DNA des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wir lassen uns auch nicht davon irritieren, dass genau die Menschen, die Meinungsfreiheit rufen, Ihnen und uns unsere Meinungsfreiheit absprechen wollen. Demokratie braucht Pressefreiheit. Demokratie braucht Streit um den richtigen Weg.“

Abschließend zitiert Hayali die Voltaire-Biografin Evelyn Beatrice Hall mit einem Satz, der ausdrückt, was Pressefreiheit für sie bedeutet: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“

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