Professionelle Namensgeberin: So teuer können Babynamen sein

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Eine US-Amerikanerin bietet ihre Dienste als professionelle Namensgeberin an. Die Vorschläge basieren dabei auf einem Fragebogen, den die Eltern ausfüllen. Sie können aber auch nach einer langwierigen Ahnenforschung erfolgen. In sozialen Medien gibt die Frau aber auch einige kostenlose Tipps.

Der perfekte Name für das eigene Baby ist schwierig zu finden
Wie soll mein Baby heißen? Wer diese Frage nicht beantworten kann, kann sich professionelle Hilfe suchen. Foto: Symbolbild / gettyimages

Mia, Emilia, Noah oder Finn: Diese Baby-Namen erfreuen sich schon seit einigen Jahren großer Beliebtheit unter Eltern. Wer aber etwas abseits der gängigen Hitliste einen Namen sucht, bittet dazu vielleicht Taylor A. Humphrey um Hilfe.

Wo haben Sie sich das erste Mal geküsst?

Humphrey ist „professionelle Namensgeberin“ – so zumindest bezeichnet sie sich selbst auf ihrer Webseite und in sozialen Medien, wo sie sehr aktiv und erfolgreich ist. Auf Instagram folgen ihr knapp 30.000 Fans, auf Tiktok sind es beinahe 50.000.

Vergangenes Jahr hat Humphrey über 100 Kinder benannt. Unentschiedene Eltern können dabei unterschiedliche Leistungen in Anspruch nehmen. Die fangen laut New Yorker, das Magazin hat kürzlich über die 33-Jährige berichtet, bei 1.500 US-Dollar (knapp 1.400 Euro) an. Inbegriffen sind dann Telefonate und Namenstipps, die auf der Beantwortung eines standardisierten Fragebogens basieren.

So hat Humphrey einem Paar etwa den Kindernamen „Parks“ vorgeschlagen, weil sich die Eltern erstmals in einem Städtchen mit Namen „Parker“ küssten. Eine andere Anfrage kam von einem Kunden mit französischen und libanesischen Wurzeln – das Kind aber sollte in den USA aufwachsen. Voraussetzung für den Namen: Er muss in allen drei Kulturen „funktionieren“. Humphrey schickte eine Liste mit 50 Vorschlägen. Ihre Nummer eins wurde es: Chloe.

Name, passend zur Marke

Wer mehr Geld in die Hand nehmen will, kann bis zu 10.000 US-Dollar (etwa 9.300 Euro) ausgeben. Dann gräbt sich Humphrey tief in die Familiengeschichte ein und betreibt Ahnenforschung – um etwa einen Namen zu finden, der historische Bedeutung für die Familie besitzt.

Oder sie schaltet gar einen „Think Tank“ zu, also eine sogenannte Denkfabrik. Mit weiteren Personen werden dann die Vor- und Nachteile der möglichen Babynamen diskutiert. Ein anderes Angebot richtet sich speziell an Blogger:innen oder Influencer:innen: Hier bietet Humphrey ein Branding an – vorgeschlagen werden Kindernamen, die zur Marke der Digitalschaffenden passen.

Lange Suche nach der eigenen Profession

Die 33-jährige Humphrey ist schon seit Kindesalter „besessen“ von Kindernamen, so schreibt es der New Yorker. Schon früh hat sie Namensbücher gewälzt, nach ihrem Studium hat sie zeitweise als Autorin gearbeitet. Dabei bereitete ihr die Suche nach passenden Namen für die Charaktere am meisten Freude. Trotzdem hat es lange gedauert, bis sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.

Sie arbeitete übergangsweise in einer Partnervermittlung, betrieb Öffentlichkeitsarbeit und war Eventplanerin. Bis sie 2015 dann ihren Instagram-Kanal „@whatsinababyname“ startete. Mittlerweile wurden ihre Videos insgesamt knapp zwei Millionen Mal geschaut. Auf Tiktok beantwortet sie meist konkrete Fragen. Sie hilft ihren Fans etwa bei der Suche nach passenden Zwillingsnamen.

Welche Namen sie nicht vorschlägt

Ihre Vorschläge beruhen dabei auf ständigen Recherchen. Einige Tipps zu ihrem Vorgehen teilt sie auch: Sie durchsucht etwa den Abspann von Filmen nach neuen Namen und sie liest aufmerksam Straßenschilder.

Eine gute Quelle bietet ihr auch die Datenbank der Sozialversicherungen. Dort findet sie vor allem heraus, welche Namen immer weniger genutzt werden – meist, weil sie aktuelle Bezüge zu Katastrophen haben. Etwa Isis oder Katrina. Einen ähnlichen Abstieg erwartet Humphrey, angesichts der Coronavirus-Pandemie, nun auch in den kommenden Geburtsgenerationen für den Namen Delta.

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