Biden siegt deutlich bei Vorwahl der US-Demokraten in South Carolina

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Joe Biden nach seinem Vorwahlsieg in South Carolina

Ex-Vizepräsident Joe Biden hat die Vorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat South Carolina klar gewonnen - und damit möglicherweise eine Trendwende im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur eingeleitet. Der 77-Jährige kam nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen am Sonntag auf 48,4 Prozent und ließ damit den bisherigen Favoriten Bernie Sanders weit hinter sich. Der Sieg gibt Biden Rückenwind vor dem wichtigen "Super Tuesday", bei dem in 14 Bundesstaaten gewählt wird.

"Wir haben gewonnen - und wir haben klar gewonnen", feierte Biden seinen Sieg. Noch vor wenigen Tagen hätten Medien und Experten seine Kandidatur für tot erklärt. "Ihr habt unsere Kampagne auf den Kurs gebracht, Donald Trump zu besiegen", rief Biden hunderten jubelnden Anhängern in South Carolinas Hauptstadt Columbia zu.

Die Demokraten hätten die Möglichkeit, "groß zu gewinnen oder groß zu verlieren", sagte Biden in einem Seitenhieb auf seinen Rivalen Sanders. Viele moderate Demokraten halten den Senator aus Vermont, der sich selbst als "demokratischer Sozialist" bezeichnet und kein Mitglied der Demokratischen Partei ist, für zu radikal und schätzen seine Erfolgsaussichten bei einer Kandidatur gegen Trump als gering ein. In South Carolina landete Sanders mit 20 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Biden stand vor dem Wahlgang in South Carolina enorm unter Druck; bei den ersten drei Vorwahlen hatte der einstige Umfragefavorit überraschend schlecht abgeschnitten. In South Carolina fuhr der Ex-Vizepräsident nun seinen ersten Sieg ein. Rund 60 Prozent der dortigen demokratischen Wählerschaft sind Afroamerikaner. Bei ihnen genießt Biden wegen seiner acht Jahre als Stellvertreter von Präsident Barack Obama hohes Ansehen.

Auch symbolisch ist South Carolina wichtig: In den vergangenen Jahrzehnten wurde bei den Demokraten meist der Bewerber Präsidentschaftskandidat, der zuvor in dem Südstaat gewonnen hatte.

Sanders gratulierte dem Wahlsieger. "Man kann nicht alles gewinnen", sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Virginia, wo am Dienstag im Rahmen des "Super Tuesday" gewählt wird. Darauf richtete der 78-Jährige den Fokus seiner Anhänger: "Und jetzt, jetzt nehmen wir den 'Super Tuesday' in Angriff".

Zu den 14 Bundesstaaten, in denen am Dienstag gewählt wird, gehören auch die bevölkerungsreichen Staaten Kalifornien und Texas. Dort führt Sanders die Umfragen bislang an. Insgesamt wird am Super-Dienstag über rund ein Drittel der 3979 Delegierten entschieden, die letztlich den demokratischen Präsidentschaftskandidaten wählen.

Mit ins Rennen einsteigen wird am Dienstag der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. Er hat die bisherigen Vorwahlen ausgelassen. Sein Abschneiden wird mit Spannung erwartet. Nach dem Super-Dienstag sollte sich klarer abzeichnen, wer der Herausforderer von US-Präsident Donald Trump wird.

Nach Bidens deutlichem Wahlsieg forderte Trump Bloomberg zum Ausscheiden aus dem Rennen auf. Bidens Sieg in South Carolina "sollte das Ende des Witzes von einer Wahlkampagne" des "kleinen" Bloomberg sein, twitterte Trump. Bloombergs Wahlkampf-Team betonte demgegenüber, dass er sich in South Carolina gar nicht zur Wahl gestellt hatte.

Nicht mehr dabei ist am Dienstag der Milliardär Tom Steyer, der am Samstagabend seinen Rückzug aus dem Kandidatenrennen verkündete. Der 62-Jährige war bei den Vorwahlen bislang kaum aufgefallen, hatte aber massiv Wahlwerbung in South Carolina geschaltet und sich in dem Bundesstaat gute Chancen ausgerechnet. Trotzdem landete Steyer mit 11,4 Prozent der Stimmen nur auf dem dritten Platz.

Der ehemalige Bürgermeister Pete Buttigieg kam in South Carolina auf acht Prozent der Stimmen, die Senatorin Elizabeth Warren auf sieben Prozent. Beide machten klar, dass sie weiter kämpfen wollen - zumindest bis zum Super-Dienstag.