Promi-Köche werben für Smiley-System zu Hygienekontrollen

Unterstützt von Promi-Köchen wirbt die Verbraucherorganisation Foodwatch seit Montag in einer Internet-Initiative für die Veröffentlichung der Ergebnisse von Hygienekontrollen in Restaurants und Lebensmittelbetrieben. Die sogenannte Smiley-Offensive setze sich für die Einführung eines Smiley-Systems in Deutschland nach dänischem Vorbild ein, teilte Foodwatch mit. Dabei werden alle Ergebnisse der Lebensmittelkontrolleure vor Ort in den Betrieben publik gemacht. Kunden können dabei an der Smiley-Zeichnung ablesen, ob die Kontrolle zufriedenstellend verlaufen ist oder nicht.

In Dänemark habe das System die Zahl der Beanstandungen deutlich reduziert, erklärte Foodwatch. In Deutschland hingegen werde Jahr für Jahr jeder vierte besuchte Lebensmittelbetrieb beanstandet.

Zu den Unterstützern der Initiative zählen den Angaben zufolge unter anderem die bekannten Köche Johann Lafer, Nelson Müller, Sarah Wiener, Cornelia Poletto und Vincent Klink. Foodwatch rief Gastwirte, Hoteliers, Lebensmittelhändler und das Lebensmittelhandwerk dazu auf, sich im Internet der Initiative anzuschließen.

Bisher gibt es in Deutschland kein einheitliches System, um Lebensmittelkontrollen öffentlich zu machen. Zuletzt hatten sich die Verbraucherschutzminister der Länder im Mai 2011 geeinigt, mit einer Hygiene-Ampel mehr Transparenz für die Verbraucher bei Restaurantbesuchen zu schaffen. Der Gesetzentwurf wurde in der vergangenen Legislaturperiode jedoch vom FDP-geführten Bundeswirtschaftsministerium mit dem Argument gestoppt, dadurch würden Unternehmen an den Pranger gestellt.

"Viele Betriebe haben erkannt, dass eine Veröffentlichung der Kontrollergebnisse nicht nur Gästen und Kunden, sondern auch ihnen selbst hilft", erklärte nun Luise Molling von Foodwatch. "Das wollen wir mit der Smiley-Offensive sichtbar machen", erläuterte sie. Das Smiley-System sorge für einen fairen Wettbewerb, weil vorbildliche Hygiene sichtbar werde und notorische Verstöße gegen rechtliche Vorgaben öffentlich würden, erklärte Foodwatch. Es versetze Kunden in die Lage, die sauberen Betriebe zu belohnen.

bie/