"Propaganda Upcycling": fritz-kola macht aus AfD-Flyern Kunst

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Upcycling mal anders: Getarnt als fiktiver Flyerservice riss sich eine Künstlergruppe Berge an AfD-Flugblättern unter den Nagel. Getränkehersteller fritz-kola machte daraus nun Kunst.

Lässt sich damit etwas Vernünftiges anfangen? fritz-kola und ein Hamburger Künstler fanden einen Weg (Symbolbild: Sean Gallup/Getty Images)
Lässt sich damit etwas Vernünftiges anfangen? fritz-kola und ein Hamburger Künstler fanden einen Weg (Symbolbild: Sean Gallup/Getty Images)

Vor der Bundestagswahl hatte die Künstlergruppe "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS) mit einer besonders frechen Aktion für Aufsehen gesorgt: Unter dem Deckmantel des frei erfundenen "Flyerservice Hahn" hatte das Kollektiv der AfD angeboten, ihr Wahlkampfmaterial an den potentiellen Wähler zu bringen. Fünf Millionen Flyer kamen auf diese Weise bei dem vermeintlichen Logistikzentrum an - doch das ZPS dachte freilich nicht daran, diese auch auszuliefern. 

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Eine starke politische Aktion, die wiederum einen Berg an Papiermüll hinterließ. Die zündende Idee hierfür kam vom Hamburger Getränkehersteller fritz-kola. Er nahm dem Künstlerkollektiv einen Teil der Wahlkampfbroschüren ab und betrieb damit "Propaganda Upcycling", wie das Unternehmen es nennt. 

Kunst statt Propaganda

fritz-kola engagierte den Hamburger Streetart-Künstler Bobbie Serrano, der die Flyer schredderte, neues Papier daraus schöpfte und als Untergrund zum Malen verwendete. So entstand aus der rechten Propaganda das Kunstwerk "Lieber 'nen Vogel auf Papier als im Kopf", das einen der für Serranos Werk charakteristischen Vögel im Zusammenspiel mit einer Pflanze zeigt. Von den vorherigen Botschaften der AfD? Keine Spur mehr. 

Bobbie Serrano "war es dabei wichtig nicht unbedingt eine politische Aussage zu kommunizieren, sondern ein Bild zu erschaffen, welches Freude und Wärme in das zukünftige Zuhause bringt", schreibt fritz-kola auf seiner Website. Auf seiner Instagram-Seite fand der Künstler deutlichere Worte: Es sei wichtig, "dass wir diesen f***cking Rechtsdruck nicht unterschätzen, und hiermit möchte ich, wenn nur einen kleinen Teil, wenigstens einen Teil dazu beitragen". 

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Nun wird das Upcycling-Kunstwerk für den guten Zweck versteigert. Noch bis Sonntag, den 24. Oktober um 21:00 Uhr, kann auf der Website von fritz-kola auf das Bild geboten werden. Der Erlös geht an Sea-Watch e.V. - eine Organisation, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden an Europas Grenzen verschrieben hat. Darüber hinaus will der Getränkehersteller 5000 Euro an den Verein Kunstwerk Menschheit e.V. spenden, zu dem das ZPS gehört. 

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