Protest gegen Kita-Schließung: Eltern wollen Kindergarten an Ostmerheimer Straße retten

Stadt will die Einrichtung für 50 Mädchen und Jungen schließen.

Sang- und klanglos soll der städtische Kindergarten auf dem Gelände der Merheimer Kliniken an der Ostmerheimer Straße 218 nach rund 40 Jahren in diesem Sommer geschlossen werden.

Überraschend Ende verkündet

Doch das wollen die Eltern so nicht hinnehmen. „Betroffen sind 50 Kindergartenplätze in altersgemischten Gruppen, die vollständig und ersatzlos im Stadtteil wegfallen sollen“, sagt Torsten Dreier (46), der inzwischen seit sieben Jahren zum Elternbeirat zählt.

„Eigentlich betrifft es meine Familie nicht mehr, da mein Sohn Erik im Sommer an die Grundschule Olpener Straße wechselt. Aber als Elternvertreter habe ich ja auch eine Verantwortung für die anderen Väter und Mütter.“

Nachdem das Jugendamt im Herbst des Vorjahres noch mitgeteilt hatte, dass „das Fortbestehen der Kita gesichert sei“, wurde nun im Februar – für Erzieher und Eltern völlig überraschend – das Ende verkündet.

Dabei hatten die Eltern in den vergangen Jahren noch mehr als 20000 Euro in die Neugestaltung der Außenspielflächen investiert.

Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand

Doch die Stadtverwaltung argumentiert nun, dass der Mietvertrag zum Ende des Jahres 2017 gekündigt worden sei und das noch aus den 1930er Jahren stammende Gebäude sich in einem schlechten baulichen Zustand befinde und ein Kellerraum teilweise von Schimmelpilz befallen sei.

Daher sei ja auch schon eine der drei Gruppen in die Einrichtung am Kieskaulerweg ausgelagert worden.

Argumente, die die Eltern nicht überzeugen. Dreier: „Wir sprechen hier ja von einem intakten, voll funktionsfähigen, komplett ausgestatteten und in Betrieb befindlichen Kindergarten mit einem hervorragend eingespielten Team von Erzieherinnen.“

Er glaubt, dass die Stadt sich eines alten Gebäudes, eines relativ kleinen Kindergartens und des eher teuren, weil im Durchschnitt älteren Personals entledigen will. Auch wolle man, so mutmaßt Dreier, wohl nicht mehr die aufgrund der Pensionierung der derzeitigen Kindergartenleiterin frei werdende Stelle neu besetzen.

In einem ausführlichen Schreiben hat er sich im Namen der Eltern an Oberbürgermeisterin Henriette Reker gewandt und die Klagen vorgetragen. Dreier: „Und das sogar doppelt: per E-Mail und per Brief. Aber es gab bisher keine Antwort, nicht einmal eine Eingangsbestätigung.“

Hoher Bedarf an Kindergartenplätzen

Nun will sich auch Kalks Bezirksbürgermeister in die Debatte einschalten. „Ich habe noch in dieser Woche einen Termin bei der zuständigen Dezernentin Agnes Klein und werde das Thema ansprechen“, sagte Marco Pagano. „Jeder Kindergartenplatz, der im Stadtbezirk Kalk wegfällt, ist einer zu viel.“

Man habe einen hohen Bedarf, besonders in Merheim, Brück und Rath-Heumar und brauche deutlich mehr Plätze. „Von daher finde ich es aktuell schwierig, wenn der Standort auf dem Klinikgelände ersatzlos wegfällt.“

Zwar sollen die nach dem Weggang der Schulpänz im Sommer verbleibenden Kinder auf andere Einrichtungen aufgeteilt werden, aber dies lehnen Dreier und andere Eltern aus pädagogischen Gründen ab.

Kindergärten komplett ausgelastet

„Das sind doch über Jahre gewachsene Gruppen.“ Zudem würde man in anderen Tagesstätten ja dann wieder anderen Kindern die Plätze wegnehmen. Schließlich sind alle Kindergärten in Merheim und den umliegenden Stadtteilen derzeit voll ausgelastet – mit Wartelisten.

Ein geplanter Neubau an der Hans-Schulten-Straße in Brück sowie Erweiterungen an den Kitas am Europaring und an der Andreas-Hermes-Straße (beide in Neubrück) werden sich erst in den kommenden Jahren realisieren lassen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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