Protest in Jerusalem gegen israelische Besatzung von Palästinensergebieten

Sicherheitskräfte riegeln das Damaskus-Tor ab

Hunderte überwiegend jüdische Demonstranten sind in Jerusalem gegen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete auf die Straße gegangen. Das teilte die israelische Polizei am Samstagabend mit. Organisatoren und Medien schätzten die Zahl der Teilnehmer auf rund 2000. Zu dem Protest hatten die linksgerichtete Oppositionspartei Meretz und die Vereinte Liste, ein Bündnis mehrheitlich arabischer Parteien, sowie mehrere Nichtregierungsorganisationen aufgerufen.

Die Demonstranten riefen Parolen wie "Juden und Araber sind nicht Feinde" und "Nein zu einer Regierung der Annexion" auf Hebräisch und Arabisch. Die Kundgebung verlief nach Polizeiangaben ruhig. Israel besetzt das Westjordanland einschließlich Ostjerusalem und den Gazastreifen seit 1967.

Zuvor hatte es Zusammenstöße zwischen steinewerfenden Palästinensern und Sicherheitskräften gegeben, nachdem ein Palästinenser nach einer Messerattacke auf Israelis in der Altstadt von Sicherheitsbeamten erschossen worden war. Der aus dem Westjordanland stammende Mann hatte nach Polizeiangaben am Samstag zunächst zwei jüdische Passanten angegriffen. Auf der Flucht verletzte er einen israelischen Grenzschützer, bevor er erschossen wurde.

Israel und die Palästinensergebiete werden seit Oktober 2015 von einer neuen Gewaltwelle erschüttert. Dabei wurden mehr als 250 Palästinenser, 40 Israelis und fünf Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten. In den vergangenen Monaten ging die Gewalt spürbar zurück.

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