Proteste in Französisch-Guyana: Frankreichs Übersee-Ministerin entschuldigt sich – Verhandlungen gehen weiter

Im französischen Überseedépartement Französisch-Guyana demonstrieren die Menschen weiter gegen wirtschaftliche Probleme und Kriminalität sowie für eine bessere Gesundheitsversorgung. Nun hat sich die Übersee-Ministerin Ericka Bareigts erstmals entschuldigt: “Es ist meine Pflicht und es mir eine Ehre, dem guyanischen Volk meine Entschuldigung zu präsentieren.”

Dies könnte nun die Stimmung für Verhandlungen verbessern. Frankreichs Innenminister Matthias Fekl und die Übersee-Ministerin sind nach viel Kritik in die Département-Hauptstadt Cayenne gereist. Die guyanische Delegation hatte politische Gespräche am Donnerstag allerdings sofort wieder abgebrochen. Sie forderten eine öffentliche Sitzung, die Minister verweigerten aber die Anwesenheit von Journalisten.

“Wir fühlen uns wie eine Kolonie. Wir dürfen nichts sagen, wir dürfen nicht demonstrieren. Das Geld, das sie hier gerade ausgeben, könnten wir doch gebrauchen, für unsere Straßen, für unser Gesundheitssystem”, so ein Demonstrant.

2016 lag die Arbeitslosenquote in Französisch-Guyana im Schnitt bei 23 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie in Frankreich insgesamt. In dem französischen Departement leben gut 250 000 Menschen. Sie fühlen sich als “Franzosen zweiter Klasse”.

En #Guyane, la ministre des outre-mer présente ses excuses, les négociations peuvent commencer https://t.co/2zE9rf34qP par ptr4col— Le Monde (lemondefr) March 31, 2017

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