Prozess in Berlin: Edeka-Schläger: Ankläger beantragt vier Jahre Haft

In der Regel spricht es für einen Angeklagten, wenn er nicht vorbestraft ist und - abgesehen von der Straftat - ein solides bürgerliches Leben führte. Im Fall des 29-jährige Edeka-Marktleiters André S., kehrt sich das jedoch eher um. Denn es war eben keine Schlägerei im Suff, bei der er den 34-jährigen obdachlosen Moldawier Eugeniu B. schwer verletzte. Es war eine klar geplante Tat.

André S.' Verteidigerin Nicole Bédé spricht von "Selbstjustiz". Im Plädoyer von Oberstaatsanwalt Ralph Knispel, der am Donnerstag für André S. wegen Körperverletzung mit Todesfolge vier Jahre Haft beantragte, fielen Worte wie "zynisch", "menschenverachtend" und "gelebter Aggressionsbereitschaft". Dafür spreche auch die WhatsApp-Nachricht mit einem Foto des aus der Nase blutenden Opfers, die der Angeklagte kurz nach der Tat einem Bekannten schickte: "Frühstück. Moldawier zu Gast bei Freunden".

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Ladendieb totgeprügelt, Filialleiter verhaftet

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Im Lagerraum für Diebstahl mit Fausthieb abgestraft

Eugeniu B. war am 17. September 2016 im Edeka-Markt am Bahnhof Lichtenberg mal wieder beim Stehlen erwischt worden. André S. und ein Kollege führten ihn in einen Lagerraum. Dort musste sich Eugeniu B. auf den Boden hocken. "Ungeschützt, ohne jegliche Gegenwehr", sagte Knispel. Und André S., der sich zuvor schlagverstärkende Quarzhandschuhe überstreifte, gab ihm einen kräftigen Faustschlag ins Gesicht, einen zweiten Schlag und einen Tritt. Drei Tage später verstarb Eugeniu B. an einem Schädelhirntrauma. Es war in die...

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