Prozess in Berlin: Kindesmissbrauch in 145 Fällen: Viereinhalb Jahre Gefängnis

Ein 51-Jähriger aus Glienicke-Nordbahn wird wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu viereinhalb Jahre in Haft verurteilt.

Jens B. ist 51 Jahre alt. So lässt es sich durchaus von später Einsicht sprechen, wenn er erst vor wenigen Monaten bei einer Therapie bemerkt haben will, dass er Unrecht getan habe. Am Freitag verurteilte ihn einer Moabiter Strafkammer wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu viereinhalb Jahren Haft. Die Rede war von 145 Fällen, verübt in der Zeit vom 15. Juli 2002 bis Ende 2009. In der Szene nannte er sich "Markus". So war er auch bei den Kindern bekannt. Sein jüngste Opfer war sechs Jahre alt.

Die Staatsanwaltschaft war bei der Anklageerhebung noch davon ausgegangen, dass Jens B. aktiv dabei mitgewirkt hatte, ein "aktives Netzwerk erwachsener, männlicher Personen" zu bilden - mit dem Ziel, "Jungen im Kindesalter sexuell zu missbrauchen". Das habe in der mehrere Wochen dauernden Beweisaufnahme nicht festgestellte werden können, sagte die Richterin bei der Urteilsbegründung. Es handele sich bei diesen Verbindungen zwischen pädophilen Männern und kleinen Jungs "um ein vollkommen undurchschaubares Dickicht". Richtig sei auf jeden Fall, dass die Männer sich die Kinder gegenseitigzugeführt hätten. Später hätten auch die missbrauchten Kinder mitgewirkt und andere Kinder mitgebracht.

Die Opfer kamen ausnahmslos "aus prekären Verhältnissen", sagte die Richterin: überforderte alleinerziehende Mütter; Großfamilien, bei denen die Kinder keine Beachtung fanden. Genau das hatte Jens B. ausgenutzt. Er schenkte den Jungen Spielzeug, ging mit ihnen einkaufen, fuhr mit ihnen in seinem VW-Bus du...

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