Prozess: Frau soll ihren Lebensgefährten in der Küche erstochen haben

Der 54-Jährige muss wegen des Verstoßes eine Geldstrafe bezahlen.

Die Stiche in den Hals waren tödlich. Halsvene und Halsschlagader wurden durchtrennt, und in wenigen Minuten verblutete Kristjan T. auf dem Küchenboden. Der Tat angeklagt ist Anne D. Seit Montag muss sich die 47-Jährige, die aus Estland stammt, vor dem Kölner Landgericht wegen Totschlags verantworten; sechs Verhandlungstage sind vorgesehen. Anne D. räumte den Vorwurf ein, beteuerte aber, sie habe ihren Lebensgefährten nicht töten wollen.

Der Polizei war sie schon vor ihrer Festnahme in der Nacht zum 24. Juni bekannt. Im Sommer 2015 hatte sie ihre Tochter Linda und deren Freundin, die beide damals zehn Jahre alt waren, aus einem Kinderheim in Kürten entführt, weil ihr das Sorgerecht entzogen worden war.

Kristjan T. wurde aggressiv, wenn er getrunken hatte

An der Grenze zu den Niederlanden ließ sie die Freundin zurück, mit der Tochter flüchtete sie weiter nach Estland. Das Mädchen wurde bald gefunden und zurückgebracht. In dieser Zeit lernte Anne D. ihren Landsmann Kristjan T. kennen (Name geändert), einen Mann aus dem Obdachlosenmilieu. Er folgte ihr nach Deutschland und zog in die Wohnung in Holweide ein, in der Anne D. mit ihrem 21-jährigen Sohn lebte. „Seine Art tat mir gut“, sagte sie über Kristjan T., „er hat mich aufgeheitert“. Das habe den Schmerz darüber gelindert, dass man ihr die Tochter wegnahm.

Doch Kristjan T. konnte auch aggressiv und gewalttätig werden, vor allem, wenn er getrunken hatte. So wiederholte sich eine Erfahrung, die Anne D. mit früheren Lebensgefährten gemacht hatte. Außerdem ist sie, wie ihre Verteidigerin zum Lebenslauf vortrug, schon vorher Opfer männlicher Gewalt geworden.

Er wollte seine Lebensgefährtin auf den Strich schicken

Am 23. Juni wollte Kristjan T. nach dem Brauch der baltischen Länder feiern, in denen der Johannistag der populärste Feiertag ist. Dafür habe er sich eine Flasche Wodka besorgt, sagte Anne D., und im Laufe des Abends eine weitere. Entgegen ihrer Gewohnheit habe auch sie viel getrunken. Dann sei die Stimmung gekippt, weil sich ihr Sohn und eine Freundin zurückgezogen hätten und aus der geplanten Party nichts geworden sei.

Die Unterhaltung zu zweit habe dann zu offenem Streit geführt: Kristjan T. habe sie gedrängt , auf den Strich zu gehen, weil ihr Verdienst als Masseurin, zu knapp sei. „Ich habe ihm klipp und klar gesagt: Ich arbeite nicht als Prostituierte.“ Mit Herzrasen und Atemnot sei sie aufgestanden, er habe sie festhalten wollen und dann grob weggestoßen. Schließlich habe sie an der Spüle gestanden und er sich bedrohlich hinter ihr aufgebaut. In Panik habe sie ein Messer gegriffen, sich umgedreht und abwehrend zugestochen. „Ich wollte schreien, konnte es aber nicht.“ Ihr Sohn setzte einen Notruf ab....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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