Prozess gegen 47-jährige Deutsche wegen IS-Mitgliedschaft in Düsseldorf begonnen

Vor einem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf muss sich seit Montag eine 47-jährige Deutsche wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verantworten. Die Frau aus Köln soll im Jahr 2015 mit ihrem damals achtjährigen Sohn nach Syrien gereist sein. Sie kündigte laut einem Gerichtssprecher zu Beginn des Verfahrens an, sich zu den konkreten Vorwürfen nicht äußern zu wollen.

Laut Anklage soll die Frau im Januar 2015 noch in Deutschland per Videotelefonie einen IS-Kämpfer geheiratet und diesen dann im darauffolgenden Monat in der Türkei getroffen haben. Mit ihm und ihrem damals achtjährigen Sohn sei sie dann nach Syrien gereist. Von dort soll sie vom IS in den Irak gebracht worden sein.

Um den Gebietsanspruch des IS in einer besetzten Gegend zu festigen, soll K. mit ihrer Familie ein Haus bezogen haben, dessen schiitische Bewohner von der Dschihadistenmiliz vertrieben worden waren. Der Ehemann von K. wurde Ende 2015 getötet, im Herbst 2016 verließ sie laut Anklage mit ihrem Kind den IS und ging zunächst in die Türkei.

Im vergangenen Oktober kehrte sie von dort nach Deutschland zurück und wurde bei ihrer Einreise am Düsseldorfer Flughafen festgenommen. Für den Prozess gegen K. beraumte das Gericht zunächst insgesamt 18 Verhandlungstage bis Ende Oktober an.