Prozess gegen mutmaßliche Brandstifter von Flüchtlingslager in Moria gestartet

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Das Lager Moria ging im September in Flammen auf

Auf der griechischen Insel Chios hat ein Prozess gegen vier junge Migranten begonnen, die im vergangenen Herbst das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos in Brand gesteckt haben sollen. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Justizkreisen erfuhr, drohen den vier Afghanen bis zu 15 Jahre Haft wegen Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Die Angeklagten wurden in Handschellen zum Gericht gebracht.

Die Anklage basiert zu großen Teilen auf der Aussage eines Asylbewerbers, der ebenfalls in Moria lebte. Er beschuldigte insgesamt sechs Männer der Brandstiftung in dem Lager. Bei der Anhörung am Freitag war dieser Kronzeuge nicht anwesend. Nach Angaben der Verteidigung war er auch bei einem früheren Prozess gegen die beiden anderen Beschuldigten nicht anwesend, da er nicht auffindbar sei.

Die Anwälte der Beschuldigten prangerten an, dass drei der Männer zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht als Minderjährige anerkannt worden seien, obwohl sie entsprechende Dokumente vorgelegt hätten. Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch erinnerte auf Twitter an das Prinzip der Unschuldsvermutung: "Auch für geflüchtete Menschen muss der Grundsatz gelten: 'unschuldig bis zum Beweis der Schuld'."

Im März, ein halbes Jahr nach der Brandkatastrophe in Moria, hatte die griechische Justiz bereits zwei junge Afghanen wegen Brandstiftung zu langen Haftstrafen verurteilt. Gegen die beiden Minderjährigen wurden fünf Jahre Haft verhängt.

Anfang September hatte ein Feuer im Camp Moria, dem größten Flüchtlingslager in der Ägäis, gewütet, das Lager wurde dabei fast völlig zerstört. Die etwa 13.000 Bewohner wurden später in ein anderes Camp gebracht.

gap/ut

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