Mutmaßliche indische Spione in Frankfurt verurteilt

Justitia

Das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt am Main hat zwei mutmaßliche indische Spione verurteilt. Nach Auffassung der Richter gab das Ehepaar Informationen über in Deutschland lebende Oppositionelle an den indischen Auslandsgeheimdienst weiter und erhielt dafür Geld. Der Angeklagte Manmohan S. wurde am Donnerstag zu anderthalb Jahren Haft verurteilt, die Strafe wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Seine Ehefrau erhielt eine Geldstrafe.

Laut OLG-Urteil gab Manmohan S. spätestens ab Januar 2015 Informationen über aus Indien stammende und in Deutschland lebende Sikh und die oppositionelle Kaschmir-Bewegung weiter. So habe er über einen Streit innerhalb einer Sikh-Gemeinde in Köln und Interna aus der Frankfurter Gemeinde sowie über Proteste anlässlich eines Besuchs des indischen Premierministers Narendra Modi in Deutschland berichtet. Dafür habe er sich regelmäßig mit Führungsoffizieren des indischen Geheimdienstes getroffen.

Seine Ehefrau soll S. spätestens seit Juli 2017 unterstützt und zu den Treffen begleitet haben. Gegen das Urteil können die Angeklagten Revision einlegen, dann müsste sich der Bundesgerichtshof damit befassen.