Prozess gegen mutmaßlichen Spion in türkischen Diensten in Düsseldorf begonnen

Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Donnerstag der Prozess gegen einen mutmaßlichen Spion in türkischen Diensten begonnen. Der Generalbundesanwalt wirft dem deutschen Staatsbürger Aziz A. vor, mit dem bereits verurteilten Spion Ali D. zusammengearbeitet zu haben. A. soll sich bereit erklärt haben, für den türkischen Geheimdienst Informationen zu beschaffen.

Er habe D. zwei mutmaßliche Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen genannt und zu einem von ihnen weitere Daten geliefert, erklärte die Bundesanwaltschaft im August in ihrer Anklage. Außerdem soll er D. Munition für den gemeinsamen Besuch eines Schießstands verkauft haben. Nun werden ihm geheimdienstliche Agententätigkeit und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Das Oberlandesgericht teilte mit, dass A. am Donnerstag während der Verhandlung damit begonnen habe, "sich geständig einzulassen". Für den Prozess wurden sieben Verhandlungstermine bis Mitte November angesetzt.

Ali D. war im Juli in Düsseldorf zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er für einen türkischen Geheimdienst Informationen über in Deutschland lebende türkische Staatsbürger oder türkischstämmige Menschen gesammelt hatte.

smb/cfm