Prozess gegen rechtsextreme Waffensammler vor Landgericht Mannheim begonnen

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Justitia (AFP/LOIC VENANCE) (LOIC VENANCE)

Vor dem Landgericht Mannheim hat am Freitag ein Prozess gegen eine Gruppe mutmaßlicher rechtsextremer Waffensammler begonnen. Die Anklage wirft den vier Männern vor, zwischen 2015 und 2017 wegen ihrer "staatskritischen Einstellung" Waffen und Munition gehortet zu haben. Demnach seien sie überzeugt gewesen, sich zum Selbstschutz vor dem aus ihrer Sicht drohenden Zusammenbruch der staatlichen Ordnung bewaffnen zu müssen.

Teilweise sollen sie die Waffen selbst gebaut haben. So habe der handwerklich begabte Frank E. die Waffen gebaut und an seine Mitangeklagten weitergegeben. Klaus D., der als Sportschütze als einziger der Gruppe eine Waffenerlaubnis hatte, soll tausende legal gekaufte Patronen an Karl B. weitergegeben haben. D. selbst soll zudem hundert illegale Patronen gelagert haben.

Karl B. wirft die Anklage vor, die Waffen und Munition in seiner Wohnung sowie den Wohnungen zweier Freundinnen gelagert zu haben. Teilweise habe er die Waffen und Munition an Thiemo B. weiter gegeben. Dieser wiederum soll Teile davon verkauft haben.

Die verstreuten Waffenlager wurden im Januar 2017 bei einer Razzia ausgehoben. Bei E. fanden die Ermittler eine große Menge an Munition sowie mehrere selbst hergestellte Waffen und Waffenteile sowie 1,4 Kilogramm Schwarzpulver.

Zudem wurde ein Flammenwerfer bei ihm entdeckt. Auch bei Thiemo B. wurden zahlreiche Waffen und Munition beschlagnahmt. Einige befanden sich griffbereit in seinem Auto. Er lagerte zudem ein Schwarzpulvergemisch.

Zwischen Dezember 2015 und April 2016 soll Karl B. laut Anklage in zahlreichen öffentlich einsehbaren Einträgen in sozialen Netzwerken den Holocaust geleugnet, zum Mord an Juden aufgerufen und gegen Ausländer gehetzt haben. Damit habe er zu Straftaten aufgerufen.

Ins Rollen kam der Fall durch verdeckte Ermittler. Im Januar 2017 soll Karl B. tausend Patronen von D. erhalten haben. Diese habe er an zwei Männer weitergeben wollen.

Dabei handelte es sich aber um verdeckte Ermittler. Eine Übergabe fand nicht statt, weil die Munition bei der Razzia beschlagnahmt wurde. Bis Anfang April sind neun weitere Verhandlungstermine angesetzt.

ald/cfm

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