Prozess gegen einen Serienvergewaltiger beginnt in Frankreich

Nach drei Jahrzehnten, in denen er immer wieder Mädchen und Frauen vergewaltigte, wird einem 61-jährigen Familienvater seit Freitag in Nordfrankreich der Prozess gemacht. Das Gericht in Douai wirft dem früheren Hausmeister und Trainer eines örtlichen Fußballvereins 17 Vergewaltigungen und zahlreiche weitere Sexualvergehen zwischen 1988 und 2018 vor. Die meisten der Taten habe er gestanden, sagte seine Anwältin Margaux Mathieu.

Dass die Ermittlungen so lange erfolglos blieben, schreiben mehrere Anwältinnen der insgesamt 56 Opfer auch einem Versagen der Justiz zu. "Die Aussagen der Opfer hatten damals nicht so viel Gewicht", sagte die Anwältin Fanny Bruyerre, die bei dem Prozess in der nordfranzösischen Kleinstadt Douai neun Frauen vertritt. "Einige von ihnen hatten den Eindruck, dass ihnen nicht geglaubt wird".

Der 61-Jährige erklärte während des Verhörs, er habe sich an Frauen rächen wollen, weil er sich immer benachteiligt gefühlt habe. Zudem habe er seine Triebe nicht unter Kontrolle.

Die Opfer waren zum Tatzeitpunkt zwischen 13 und 48 Jahre alt. In dem meisten Fällen griff der Mann sie in den frühen Morgenstunden draußen an. Alle Taten ereigneten sich im Umkreis von etwa 30 Kilometern in der Nähe des französisch-belgischen Flusses Sambre.

Als der ehemalige Hausmeister und fünffache Familienvater im Jahr 2018 überführt wurde, zeigte sich sein Umfeld überrascht. Er galt als unauffälliger, freundlicher Mann. Nach Einschätzung von Psychologen suchte er eher die Dominanz über andere als sexuelle Befriedigung.

Er habe vor seinen Taten seine Opfer beobachtet, sagte er aus. "Ich mag es, mich zu verstecken", habe eine "Jägernatur". Insgesamt hat er laut seiner Anwältin 40 Angriffe gestanden. Etwa 15 Fälle bestreitet er. Der Prozess soll bis 1. Juli gehen.

kol/ans

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