Prozess gegen Syrer in Köln: Gefängnisstrafe für Terrorverdächtigen gefordert

16-jähriger Syrer soll von IS-Kämpfern Anweisung für Bombe bekommen haben.

„Wer nicht an Allah glaubt, mit dem will ich nichts zu tun haben“ – so lautet einer der Kernsätze des 16-jährigen Flüchtlings, dem seit Mitte Februar wegen Terrorverdachts der Prozess vor dem Kölner Landgericht gemacht wird.

Nach dem Willen des Anklägers soll der Jugendliche jetzt ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft forderte am Donnerstag für den Angeklagten eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten, da sie sämtliche in der Anklage aufgelisteten Vorwürfe als bewiesen ansieht.

16-Jähriger soll Sprengstoffanschlag geplant haben

Der schmächtige Syrer mit dem Flaum eines Oberlippenbartes und dem Kindergesicht war im vergangenen September in einer Kölner Flüchtlingsunterkunft von einer Spezialeinheit der Polizei festgenommen worden. Laut Ermittlungen hatte er sich innerhalb kürzester Zeit radikalisiert und plante einen Sprengstoffanschlag.

Von ausländischen Chat-Partnern mit IS-Bezügen hatte er konkrete Anweisung zum Bau einer Bombe erhalten. Der Prozess findet wegen des jugendlichen Alters komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, lediglich die Eltern dürfen der Verhandlung beiwohnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 16-Jährigen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.

„Nur ein Spaß“

Sowohl im Ermittlungsverfahren als auch im Prozess hatte der 16-Jährige immer wieder behauptet, für ihn sei das Ganze „nur ein Spaß gewesen“, allerdings ging er nicht soweit, seine Bereitschaft zu signalisieren, sich von seinen Gesprächspartnern zu distanzieren. Ermittler sprachen von einer „Turbo-Radikalisierung“ des Angeklagten.

Die Auswertung seiner Handydaten hatten ergeben, dass er konkrete Anweisungen von seinem IS-Gesprächspartner erhalten hatte, eine Bombe zu bauen. Seine Festnahme erfolgte, weil das Verhalten des Syrers anderen Flüchtlingen aus der Asylunterkunft derart merkwürdig vorkam, dass sie die Polizei informierten.

Verdächtiger war in Psychiatrie untergebracht

Er war seit seiner Festnahme in einer geschlossenen psychiatrischen Jugendeinrichtung untergebracht. Mitarbeiter der Jugendgerichtsgehilfe hatten dem Syrer in ihrer Stellungnahme „keine günstige Sozialprognose“ ausgestellt. Zumal offensichtlich auch die Eltern bisher jegliche von den Behörden angebotenen Erziehungshilfen abgelehnt hätten.

Nach Aussage der Verteidigung gelten die Eltern als „überdurchschnittlich gebildet“, die Mutter ist Lehrerin, der Vater Kaufmann.

Die Schlussvorträge der Verteidiger und das Urteil sollen am Montag stattfinden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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