Prozess in Helsinki wegen Anschlagsplänen zu Silvester 2018

In Helsinki hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 22-Jährigen wegen des Vorwurfs begonnen, zu Silvester 2018 einen Bombenanschlag im Zentrum der finnischen Hauptstadt geplant zu haben. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte bereits Sprengsätze hergestellt und "detaillierte Pläne" ausgearbeitet. Die Anweisung zur Herstellung der Sprengsätze habe er sich im Internet heruntergeladen. Zielscheibe waren demnach Ausländer und Muslime.

Der Mann, dessen Name und Nationalität nicht genannt wurden, erschien mit einem russischen Übersetzer vor dem Bezirksgericht von Helsinki. Er wurde der Vorbereitung eines schweren Angriffs auf Leben oder Gesundheit angeklagt, ihm drohen bis zu vier Jahre Haft. Das Urteil wird Ende Februar erwartet.

Im Polizeiverhör hatte der Mann ausgesagt, er wolle eine "europäische Kultur" und keine Ko-Existenz verschiedener Kulturen und Religionen. Vor Gericht wies er die Anklage zurück. Er räumte aber ein, Sprengsätze gebaut und im betrunkenen Zustand mit einem Arbeitskollegen über Anschlagspläne gesprochen zu haben. Dieser informierte die Polizei, daraufhin wurde der 22-Jährige im Oktober 2018 festgenommen.