Prozess in Köln: Trio leugnet versuchten Fahrradklau mit Bolzenschneider und Lkw

Drei Männer zu Geldstrafen verurteilt – Unterwegs mit Bolzenschneider

War es eine professionelle Fahrrad-Diebesbande, die im November 2016 nachts mit einem 7,5-Tonner durch Kölner Straßen fuhr, mit einem Bolzenschneider unter dem Fahrersitz?

Oder war alles nur ein Missverständnis, wie es das wegen versuchten besonders schweren Diebstahls angeklagte Trio mit Unschuldsmiene und treuherzigem Blick am Mittwoch auf der Anklagebank versuchte abzutun?

Kellner war Zeuge des versuchten Diebstahls

Ein Kellner, der mit dem Rad gegen 2.30 Uhr auf der Niehler Straße auf dem Heimweg war, hatte einen Mann dabei beobachtet, wie er sich an einem Fahrradschloss zu schaffen machte, während die beiden Kumpels im Lastwagen offensichtlich auf ihn warteten.

Als der Radfahrer den vermuteten Dieb daraufhin ansprach, tat dieser so, als wüsste er nicht, wovon die Rede war, sprang zu seinen Freunden in den Lastwagen, der sofort losfuhr. Der Radfahrer hatte daraufhin die Polizei gerufen, die das Trio ein paar Straßen später zur Rede stellte.

Die Ladefläche des Lkw war leer, ein Bolzenschneider wurde sichergestellt und das Trio als mutmaßliche professionelle Diebesbande angeklagt.

„Wir haben nix gemacht“

Im Prozess jedoch blieben die drei Angeklagten (41, 35, 29) – bis auf den jüngsten von Sozialhilfe lebend und alle mehrfach vorbestraft – bei ihrer Aussage: „Wir haben nix gemacht.“

Man habe lediglich angehalten, um dem Kumpel, der angesprochen worden war, eine Pinkelpause zu ermöglichen. Bei der Polizei hatte er noch ausgesagt, er sei ausgestiegen, um mit der Freundin zu telefonieren. Die Pinkelpause vermochte der Richter dem Angeklagten auch noch aus einem anderen Grund nicht abzunehmen: „Warum sind Sie denn dabei in die Hocke gegangen? Als Mann pinkelt man doch im Stehen.“

Man sei mit dem Lastwagen unterwegs gewesen, um bei einem Freund in Bergheim, der zudem seinen Meisterbrief an jenem Abend gefeiert habe, ein Sofa abzutransportieren.

Geldstrafen von 400 Euro, 800 Euro und 300 Euro

„Alles sehr seltsam“, meinte der Richter, der mit seinem Urteil der Staatsanwältin folgte, die den Straftatbestand als erwiesen ansah. Im Gegensatz zur Anklägerin, die Freiheitsstrafen zwischen vier und sechs Monaten auf Bewährung forderte, beließ der Richter es allerdings bei Geldstrafen. Wegen der unterschiedlich hohen Vorstrafen des Trios wurden Geldstrafen von 400 Euro, 800 Euro und 300 Euro verhängt.

„Dann sehen wir uns noch einmal hier wieder“, kommentierte das Trio das Urteil, gegen das es Berufung einlegen will....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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