Prozess: "Was man als Seemann so trinkt..."

Weil er ein Segelboot stark alkoholisiert über den Langen See gesteuert hat, wurde ein Mann am Dienstag zu einer Geldstrafe verurteilt.

Wolfgang K., der am Dienstag von einem Moabiter Verkehrsrichter zu einer Geldstrafe von 1350 Euro verurteilt wurde, wollte einfach nur nett sein. Der 8. August vergangenen Jahres war ein sonniger Tag. Und als ihn die beiden elfjährigen Mädchen baten, auf seinem Segelboot mitfahren zu dürfen, sagte der 57-Jährige sofort Ja – und segelte mit ihnen vom FKK-Strand sogar auf die gegenüberliegende Seite des Langen Sees im Ortsteil Grünau, um ihnen dort ein Eis zu spendieren. Die noble Geste passt zu dem Mann, der als Beruf Unternehmensberater angibt, von Hartz IV lebt und dem Ex-Fußballprofi -und Kommentator Günter Netzer verblüffend ähnlich sieht.

Als er mit dem Mädchen zurückkam, wartete am Ufer schon die Polizei. Die Mutter hatte Anzeige wegen Kindesentführung erstattet. Dieser Vorwurf gegen Wolfgang K. hatte sich nach Befragung der Kinder erledigt. Was blieb war sein Zustand, als er mit dem Segelboot kam.

Der Angeklagte habe schon vor der Segelfahrt getrunken, sagt ein Zeuge. Und er sei dann noch betrunkener zurückgekehrt. Ein Hauptkommissar der Wasserschutzpolizei beschreibt Wolfgang K. als "sehr aggressiv und ziemlich distanzlos". Er habe "stark nach Alkohol gerochen", sei splitternackt über den Strand spaziert und habe provozierend herumgegrölt. Eine Blutuntersuchung ergab mehr als 1,6 Promille.

"Aktionen, die man im Rausch nur schwer schaffen kann"

Zu Beginn des Prozesses hofft der Angeklagte noch, davonzukommen. Er hat einen Anwalt dabei, der es mit Konfliktverteidigung versuc...

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