Prozess um "Charlie Hebdo": Redaktionsleiter verteidigt Mohammed-Karikaturen

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Gerichtszeichnung von "Charlie-Hebdo"-Redaktionsleiter Riss
Gerichtszeichnung von "Charlie-Hebdo"-Redaktionsleiter Riss

Im Pariser Prozess um den Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" vor fünf Jahren hat Redaktionsleiter Laurent Sourisseau ausgesagt. Der unter dem Pseudonym Riss bekannte Zeichner verteidigte am Mittwoch die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in dem Blatt. "Es gibt nichts zu bereuen", betonte der 53-Jährige, der den islamistischen Anschlag mit zwölf Toten vom Januar 2015 verletzt überlebt hatte.

Zugleich beklagte er, viele Menschen seien "wenig kämpferisch, wenn es die Freiheit zu verteidigen gilt". Er fügte hinzu: "Wenn wir uns nicht für die Freiheit schlagen, leben wir wie Sklaven und geben einer tödlichen Ideologie Raum."

Anlässlich des Prozessbeginns gegen mutmaßliche Helfer der Attentäter des Anschlags auf "Charlie Hebdo" hatte die Satirezeitung vergangene Woche erneut die Karikaturen gedruckt, durch die sie zur Zielscheibe von Islamisten geworden war. Daraufhin gab es Proteste in Pakistan, im Iran und anderen islamischen Ländern. Die Zeichnungen zeigen unter anderem den Propheten Mohammed mit einer Bombe anstelle eines Turbans auf dem Kopf. 

lob/jes