Prozess um Millionendiebstahl aus Schließfächern in München

Weil sie aus einem Schließfach einer Münchner Bank fast 4,6 Millionen Euro geklaut haben sollen, müssen sich seit Dienstag sechs Männer und eine Frau vor dem Landgericht München I verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten einen schweren Bandendiebstahl in Mittäterschaft und Sachbeschädigung vor. Möglich gemacht haben soll den Millionendiebstahl die einzige Frau unter den Angeklagten - sie arbeitete als Angestellte in der Bank.

Der Anklage zufolge bildeten die Angeklagten sowie ein bislang noch nicht ermittelter achter Täter zu einem nicht feststellbaren Zeitpunkt vor Dezember 2017 eine Bande, um aus Schließfächern einer Bank in München Wertgegenstände zu stehlen. Zwei der Männer sollen dabei im Hintergrund gearbeitet haben, die angeklagte Bankmitarbeiterin soll das Insiderwissen geliefert haben.

So habe die Bankmitarbeiterin den Hinweis auf ein freies Schließfach in der Nähe von Schließfächern des späteren Tatopfers gegeben, in der die Geschädigte Millionen in Bargeld verwahrte. Zunächst sei mit Hilfe der Bankmitarbeiterin der Tresorraum ausgespäht worden. Später dann habe einer der Angeklagten ein eigenes Girokonto bei der Bank eröffnet und zusätzlich dazu auch ein Schließfachkonto.

Mit Hilfe des eigenen Schließfachkontos gelangten die Angeklagten laut Anklage zu Informationen über den von der Bank genutzten Schließmechanismus. An drei Tattagen zwischen Dezember 2017 und März 2018 soll einer der Beschuldigten mit dem bisher unbekannten Täter in den Tresorraum gegangen sein und auf bislang unbekannte Art und Weise die Schließfächer des Tatopfers aufgehebelt haben. Anschließend seien die leer geräumten Schließfächer mit Heißkleber und einem Klebeband wieder geschlossen worden und so ein Alarm unterdrückt worden.

Für den Prozess sind zunächst 20 Verhandlungstage bis Anfang März angesetzt.