Prozess um S-Bahnschubserei in Nürnberg mit zwei getöteten 16-Jährigen begonnen

Mit einem zumindest teilweisen Geständnis und einer Entschuldigung hat am Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess um eine für zwei 16-Jährige tödlich verlaufene Schubserei am Nürnberger S-Bahnhof Frankenstadion begonnen. Einer der beiden angeklagten 17-Jährigen sei zu Prozessbeginn aufgestanden und habe sich bei den Eltern der Getöteten persönlich entschuldigt, berichtete ein Gerichtssprecher aus dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindenden Prozess.

Der zweite der beiden 17-jährigen Angeklagten entschuldigte sich demnach nicht. Beide gestanden in Erklärungen ihrer Verteidiger Schubsereien, eine Tötungsabsicht bestritten sie aber. Die Staatsanwaltschaft hatte den Tötungsvorsatz nach Vernehmung von über 150 Zeugen ebenfalls fallengelassen, die in Untersuchungshaft sitzenden Jugendliche sind wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt.

Die beiden Angeklagten sollen nach einem Diskobesuch in einem tumultartigen Streit unter mehreren Jugendlichen einen vor ihnen stehenden Jugendlichen ins Gleisbett gestoßen haben. Zwei weitere Jugendliche stürzten im Gedränge mit ins Gleis, nur einer der drei konnte sich vor der Einfahrt des Zugs noch retten.

Die Angeklagten sollen nicht mit dem durchfahrenden Zug gerechnet haben, weil ihre eigene S-Bahn erst gut zehn Minuten später abfahren sollte. Zu Prozessbeginn begutachteten die Prozessbeteiligten dem Sprecher zufolge ausführlich die vorhandenen Videoaufzeichnungen vom Tatabend. Die Bilder zeigten demnach eine Rangelei und Schubserei.

Außerdem kamen zwei ermittelnde Polizisten zu Wort sowie Gutachter. Alkohol soll bei dem Vorfall keine besondere Rolle gespielt haben, beide Angeklagte sollen in der Disko nur geringe Mengen Alkohol zu sich genommen haben.