Bei psychischer Erkrankung von japanischer Kaiserin weiter "Höhen und Tiefen"

Naruhito und Masako auf offiziellem Palast-Foto 2020

Die japanische Kaiserin Masako hat nach Angaben ihres Mannes Kaiser Naruhito ihre psychische Erkrankung noch nicht überwunden. "Ihr Zustand hat seine Höhen und Tiefen", sagte Naruhito am Sonntag bei einer Pressekonferenz anlässlich seines 60. Geburtstags. Seine vier Jahre jüngere Frau sei "noch auf dem Weg der Genesung". Ihre Erschöpfung nehme insbesondere nach Großereignissen oder einer langen Reihe offizieller Anlässe zu.

"Ich möchte nie, dass sie sich zu sehr verausgabt, sondern weiter an dem arbeitet, was sie leisten kann", sagte Naruhito über seine Frau. Für ihn sei die in Harvard und Oxford ausgebildete ehemalige Diplomatin "eine gute Ratgeberin sowohl in privaten als auch in offiziellen Angelegenheiten".

Masako hatte ihre Diplomatenkarriere aufgegeben, um Naruhito 1993 zu heiraten. Sie litt sehr unter den strengen Vorgaben des japanischen Königshauses und den Erwartungen, einen Sohn als Thronfolger zur Welt zu bringen. Die 2001 geborene Aiko blieb aber das einzige Kind von Masako und Naruhito. 2004 machte der Palast öffentlich, dass Masako sich wegen einer stressbedingten Anpassungsstörung in Behandlung begeben habe.

Die 18-jährige Aiko nimmt im April an der Gakushuin-Universität in Tokio ein Studium in japanischer Literatur auf. Als Frau kann sie ihrem Vater nicht auf den Thron folgen. Sollte sie einen Bürgerlichen heiraten, verliert sie außerdem ihren royalen Status.

Erster in der japanischen Thronfolge ist Naruhitos jüngerer Bruder Akishino, Nummer zwei dessen 13-jähriger Sohn Hisahito. In Japan herrscht die Sorge, das Kaiserhaus könne untergehen, wenn Hisahito nicht ebenfalls einen Thronfolger zeugen sollte.

Naruhitos 60. Geburtstag wurde wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nicht groß gefeiert. Die öffentliche Zeremonie wurde abgesagt, auch wurde kein Buch für Glückwünsche auf dem Palastgelände ausgelegt. Bei einem Gebet für die mit dem Virus infizierten Menschen dankte der Kaiser dem medizinischen Personal. "Ich hoffe, die Ausbreitung der Infektionen wird so schnell wie möglich enden", sagte Japans Staatsoberhaupt.