Psychologin stellt bei Amber Heard Persönlichkeitsstörung fest

Im Verleumdungsprozess von Hollywoodstar Johnny Depp gegen seine Ex-Frau Amber Heard hat eine Psychologin der 36-jährigen Schauspielerin eine Persönlichkeitsstörung bescheinigt. Nach ihrer Einschätzung leide Heard an einer Borderline- und einer histrionischen Persönlichkeitsstörung, sagte die Gerichtspsychologin Shannon Curry, die Heard im Auftrag von Depps Anwälten begutachtet hatte, am Dienstag vor dem Gericht in Fairfax. Charakteristisch dafür seien extreme Stimmungsschwankungen und Wutausbrüche, die auch zu Gewalt führen könnten.

Sie habe Unterlagen über Heards psychische Verfassung studiert und die Schauspielerin im Dezember 2021 an zwei Tagen insgesamt zwölf Stunden persönlich untersucht, berichtete Curry. Die Ergebnisse der Tests wiesen eindeutig auf die Persönlichkeitsstörungen hin. Zu deren Hauptmerkmalen zählten neben Stimmungsschwankungen "viel innere Wut", eine Neigung zu "Selbstgerechtigkeit" und gewalttätigen Reaktionen. Oftmals würden die Betroffenen "ihren Partnern gegenüber ausfallend".

Nach Einschätzung der Psychologin, die auch Erfahrung mit Kriegsveteranen hat, leidet Heard nicht an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) infolge von häuslicher Gewalt. Bei einem Test habe sie die entsprechenden Symptome "grob übertrieben", sagte Curry.

Im Kreuzverhör wiesen Heards Anwälte darauf hin, dass die Psychologin von der Gegenseite beauftragt und ihr Gutachten dadurch möglicherweise beeinflusst worden sei. Curry entgegnete, sie halte sich streng an die wissenschaftlichen Fakten.

Depp hat Heard, mit der er zwischen 2015 und 2017 verheiratet war, auf 50 Millionen Dollar (46 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Er wirft ihr vor, ihn in einem Beitrag für die "Washington Post" von Ende 2018 indirekt der häuslichen Gewalt beschuldigt und damit seiner Karriere schwer geschadet zu haben.

Heard reagierte mit einer Gegenklage: Sie verlangt von Depp 100 Millionen Dollar Schadenersatz und wirft ihm "ungezügelte physische Gewalt" vor. Der 58-jährige "Fluch der Karibik"-Star bestreitet, Heard jemals körperlich misshandelt zu haben. Vor Gericht stellte er sich selbst eher als Opfer dar.

ans/mid

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