Pussy Riot-Mitglied Maria Aljochina (33) floh verkleidet aus Russland

Pussy Riot-Mitglied Maria Aljochina (33) floh verkleidet aus Russland

Bei dem Auftritt von "Pussy Riot" im Funkhaus in Berlin trägt Maria Aljochina (auch: Alyhokhina) ein T-Shirt mit der Aufschrift "Stand with Ukraine". Die 33-Jährige war erst Ende April zusammen mit ihrer Freundin aus Russland geflohen. Sie hatte erfahren, dass sie eine weitere Haftstrafe nicht im Hausarrest sondern in einer Strafkolonie absitzen sollte.

Wie Maria Aljochina der New York Times erzählt, waren zwei Fluchtversuche zuvor an der Grenze zu Belarus gescheitert. Die russischen Behörden hatten den Pass der feministischen und kremlkritischen Aktivistin konfisziert.

Am Ende sei es wie in einem Spionage-Thriller abgelaufen, sagt das Pussy Riot-Mitglied. Aus ihrer Wohnung in Moskau konnten Maria Aljochina und ihre Lebensgefährtin in giftgrünen Outfits als Essenslieferantinnen verkleidet entkommen.

Bei der Flucht aus Russland in die EU geholfen haben Freundinnen und Freunde - darunter der isländische Künstler Ragnar Kjartansson, wie auch Islands Botschaft in den USA bestätigt.

Maria Aljochina war schon 2012 zusammen mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa wegen eines Auftritts in einer Kirche zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Ende 2013 wurden sie begnadigt und kamen frei. Die Greenpeace-Aktivistin Aljochina hatte aber wegen weiterer Demonstrationen für den inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny immer wieder neuen Ärger mit der Justiz.

Schon als Schülerin lehnte sich Maria Aljochina gegen die Autoritäten auf und musste vier Mal die Schule wechseln.

In einem Song, den die "Pussy Riot" in Berlin gespielt haben, fragt ein Kind: "Mama, es gibt keine Nazis hier. Mama, sie nennen es Spezialoperation." Maria Aljochina hat einen 2008 geborenen Sohn.

Die Einnahmen der Konzerte in verschiedenen Städten in Europa, den USA und Kanada werden für aus der Ukraine geflohene Kinder gespendet.

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