Putin droht, Europa zittert: Wie schlimm wird die Energiekrise in Europa?

In Belgien können Privathaushalte, die mit Heizöl oder Propangas heizen, ab sofort eine einmalige Zulage in Höhe von 225 Euro beantragen. Dieser Scheck ist Teil der Maßnahmen der Regierung, um die Auswirkungen der steigenden Energiekosten infolge des Krieges in der Ukraine zu mildern.

Putin droht mit "katastrophalen Folgen auf dem globalen Energiemarkt"

Die Angst vor Engpässen in Europa greift um sich, zusätzlich angefacht wurde sie durch die jüngsten Drohungen von Kremlchef Wladimir Putin. Sanktionen gegen Russland fügten den Ländern, die sie verhängten, viel mehr Schaden zu. Und: "Eine weitere Anwendung der Sanktionspolitik kann zu noch schwerwiegenderen, ohne Übertreibung sogar zu katastrophalen Folgen auf dem globalen Energiemarkt führen", sagte Putin am Freitag der Agentur Interfax zufolge bei einem Treffen mit Regierungsvertretern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selesnkyj hingegen wirft Putin systematische "Energieerpressung" vor. Russland sorge nun schon das zweite Jahr in Folge bewusst dafür, dass die europäischen Gasspeicher vor dem Winter nicht gefüllt würden.

Wolodymyr Selesnkyj: "Energieerpressung"

"Dies hat die Gaspreise auf ein Allzeithoch getrieben - durch bewusste Begrenzung des Angebots unter Missachtung der Marktregeln. Dies führt zu einer katastrophalen Inflation. Wären die Preise für Energieressourcen nicht so hoch, gäbe es für die meisten Menschen in Europa keine so schmerzhaften Folgen."

Als Reaktion auf Russland Krieg gegen die Ukraine hatte die Europäische Union weitreichende Sanktionen beschlossen - darunter ein Embargo für russisches Öl.

Die Sorge um Energie- und Ernährungssicherheit überschattete auch die Gespräche auf dem jüngsten G20-Treffen auf Bali. Die indonesische Außenministerin Retno Marsudi sagte, alle Teilnehmer hätten die Sorge zum Ausdruck gebracht, dass die aktuelle Krise den globalen Aufschwung weiterhin behindern werde.

Steigende Energiepreise und deren Konsequenzen sorgen auch in Deutschland für Kopfzerbrechen. An diesem Montag wird die Ostsee Pipeline Nord Stream 1 wegen jährlicher Wartungsarbeiten abgeschaltet. Die große Sorge ist, dass Russland den Gashahn danach nicht mehr aufdrehen könnte.

Scholz rechnet mit jahrelangen Energiesorgen

Die Frage einer sicheren Energieversorgung wird noch lange Zeit die politische Tagesordnung bestimmen. Kanzler Scholz sagte in seiner wöchentlichen Videobotschaft, er gehe von mehreren Jahren aus. Weitere Entlastungen angesichts der hohen Energiepreise kündigte er nicht an. Linken-Chef Schirdewan drang auf einen sozialen Klimabonus von 125 Euro im Monat. Für jedes weitere Haushaltsmitglied sollte es weitere 50 Euro geben, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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